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AMSTETTEN. Seit über neun Jahren stehen Lernpaten des Vereins Leila Flüchtlingskindern oder Kindern mit nicht deutscher Muttersprache als Mentoren zur Seite. Das Besondere: Es handelt sich hier um kein reines Nachhilfeprogramm, sondern um echte Begegnung.

Leila-Obfrau Monika Distelberger (Mitte) mit (v. l.) Omar Salim, Lana Salim, Massa Mardini und Jilan Rasho (Foto: Ulrike Riegler)

Im vergangenen Schuljahr haben 29 Lernpaten 36 Kinder begleitet. „2022 – also nach der Corona-Pandemie – haben sehr viele Lernpaten ihren Einsatz bei uns beendet. Derzeit sind die Zahlen stabil, wir suchen aber für Herbst dringend neue Lernpaten, die sich einmal pro Woche mit einem Kind im Herz Jesu-Pfarrheim treffen“, so Leila-Obfrau Monika Distelberger.

„Wichtig ist Bereitschaft, sich auf das Kind einzulassen“

Besondere Voraussetzungen für das Engagement als Lernpate gibt es nicht. „Wichtig ist aber die Bereitschaft, sich auf ein Kind wirklich einzulassen, weil es bei uns um die Begleitung junger Menschen geht und um Begegnung“, unterstreicht die Obfrau.

Auf konkrete Lernziele zu bestehen, bringe oft nicht allzu viel. „Wir holen die Kinder dort ab, wo sie stehen und machen dann einen kleinen Schritt nach dem anderen. Man muss das als Projekt sehen“, erklärt Distelberger. Geduld und Einfühlungsvermögen seien das Um und Auf.

Leila-Jugendarbeit

Ein besonderes Anliegen ist Distelberger auch die Jugendarbeit: „Jene Kinder, die von Beginn an bei Leila waren, sind natürlich jetzt in die Pubertät gekommen und so haben wir vor einigen Jahren angefangen, spezielle Ausflüge für Jugendliche zu unternehmen. Im Vorjahr waren wir sogar am Ötschergipfel“, so die Obfrau.

Derzeit stehen Workshops zum Thema „Politische Bildung“ auf dem Programm. „Die Jugendlichen brauchen dieses Angebot tatsächlich sehr. Sie müssen sich zwischen verschiedenen kulturellen Welten zurechtfinden. Wir bieten ihnen nicht nur Nachhilfe, sondern Begleitung und Ermutigung, Rückhalt und Orientierung. Es ist dann schön zu sehen, dass sie gut im Leben stehen, einen Schul- oder Lehrabschluss schaffen. Darum geht es! Unser Einsatz ist für mich ein Beispiel, wie sehr es gelingt, Kindern eine Zukunft zu geben, wenn man sie begleitet, und wie diese Begleitung Früchte trägt“, betont Distelberger, die auch für die Jugendarbeit Unterstützung sucht. Hier bedürfte es älterer Jugendlicher, die mit beiden Beinen im Leben stehen, also gefestigt sind. Auch ein Honorar wäre für diese Tätigkeit vorgesehen.

Jugendliche helfen nun selbst

„Was mich wirklich besonders freut: Fünf Jugendliche der Leila-Jugendgruppe, die von Beginn an bei uns sind, wollten jetzt etwas zurückgeben und haben mit zwei Volksschulkindern gelernt, sie unterstützt. Ich finde es großartig, dass diese jungen Menschen so weit gereift sind, dass sie anderen aktiv helfen“, berichtet Vereinsobfrau Distelberger.

Begegnung ermöglichen

Der Verein Leila möchte auch zum Kennenlernen der Kulturen beitragen und ein gelingendes Miteinander fördern. „Menschen sind dann in eine Gesellschaft gut integriert, wenn sie – abgesehen von Sprachkenntnissen und Arbeit – auch die Möglichkeit zur Begegnung mit gebürtigen Österreichern haben. Und wir sehen, dass der Wunsch, bei uns Anschluss zu finden, von Menschen mit Migrationshintergrund meist sehr groß ist. Die Aufnahmebevölkerung steht in der Pflicht, Begegnungsräume und Anschlussräume zu schaffen. Der Verein Leila versucht das. Und das geht auch im Kleinen, wenn man sich etwa auf Gespräche mit neuen Nachbarn einlässt“, betont Distelberger.

Die verpflichtenden Wertekurse für Asylberechtigte, die ab Herbst 2024 von drei Tagen auf eine Woche verlängert werden sollen, sieht die Leila-Obfrau kritisch: „Die Grundwerte kennen keine Grenzen, sie sind bei allen Menschen gleich. Werte leben wir, sie können niemals aufgezwungen werden.“

Seit neun Jahren engagiert sich Distelberger für den Verein Leila. Was sie anspornt? „Die Begegnungen mit den Kindern und Jugendlichen sind das wirklich Gute. Und: Einem Kind Zukunft zu schenken, ist das Sinnvollste, was man tun kann – und es hat weitreichende positive Folgen!“

Die Lernpaten verstehen sich als Mentoren des Kindes, die auf die Interessen und Bedürfnisse eingehen, Fähigkeiten der Kinder erkennen, wecken und fördern. Neben dem Lernen steht Beziehungsarbeit im Mittelpunkt.

Verein LeilaDer Verein bietet auf ehrenamtlicher Basis Lernunterstützung für Flüchtlingskinder und andere Kinder mit nicht deutscher Muttersprache im Volksschulalter an. Lernpaten treffen sich einmal pro Woche mit einem Kind im Herz Jesu-Pfarrheim, um es bei der Bewältigung der schulischen Herausforderungen und beim Erlernen der deutschen Sprache zu unterstützen.
„Unsere Arbeit soll zum Kennenlernen der verschiedenen Kulturen beitragen, Angst und Unsicherheit abbauen und so ein gelingendes Miteinander fördern“, lädt Vereinsobfrau Monika Distelberger Interessierte ein, sich zu melden.
Infos bei Monika Distelberger:
Tel. 0650 3049900
www.leila-amstetten.com

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