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AMSTETTEN. Gemeinsam mit Eva Pipan hat der Amstettner Priester und Mostviertler Betriebsseelsorger Franz Sieder ein Buch über die diözesanen Arbeiterpriester Rudolf Wimhofer (1926-2020) und Josef Gaupmann (geb. 1945) veröffentlicht.

Betriebsseelsorger Franz Sieder 2021 (Foto: mai)
Betriebsseelsorger Franz Sieder 2021 (Foto: mai)

Papst Franziskus hat die Kirche nachdrücklich aufgerufen, an die Ränder der Gesellschaft zu gehen. Arbeiterpriester tun dies seit Jahrzehnten: Sie suchen eine Lebenswelt auf, zu der Kirche oft keinen Zugang hat. Und sie leben in der Welt der Arbeiterschaft mit.

Eva Pipan und der langjährige Amstettner Betriebsseelsorger Franz Sieder geben in ihrem Buch „Arbeiterpriester. Symbol für eine andere Kirche“ Einblicke in diese Welt. Sie stellen deren Wirken vor allem in Frankreich sowie in der Diözese St. Pölten vor, aber auch Gebete dieser Seelsorge finden sich im Buch wieder.

Er und Eva Pipan erinnern an die Arbeit der diözesanen Arbeiterpriester Rudolf Wimhofer (1926-2020) und Josef Gaupmann (geb. 1945), aber auch an Ordensleute aus der Diözese St. Pölten, die in der Arbeitswelt leben: etwa der Melker Benediktiner P. Karl Helmreich (geb. 1939) oder die Ordensgemeinschaft Kleine Brüder Jesu. Diese leben ihr kontemplatives Leben unter einfachen Verhältnissen und verdienen ihren Lebensunterhalt als Arbeiter in Fabriken, auf dem Bau oder in der Landwirtschaft.

Eine Niederlassung in St. Pölten gibt es seit 1987. Ihre Arbeitsstätten: Vom Schichtbetrieb der Glanzstoff über ein Taxiunternehmen bis hin zu McDonalds.

Bindeglied zwischen dem Arbeitermilieu und der Kirche

Das Buch stellt Zeugnisse von Arbeiterpriestern vor, die oft das einzige Bindeglied zwischen dem Arbeitermilieu und der Kirche sind.

Franz Sieder: „Sie wissen, was es heißt, zu schuften, und kennen prekäre Arbeitsverhältnisse, Ausbeutung und Ungerechtigkeit. Gleichzeitig erreichten sie und ihre Gemeinschaften mit ihrer vorbildhaften Spiritualität viele – heute sind sie selten geworden.“

Geschichtlicher Abriss 

Nach dem Ersten Weltkrieg entstanden unter anderem in Frankreich und Belgien zahlreiche katholische Bewegungen, die der Entfremdung der Arbeiterschaft von der Kirche entgegenwirken wollten. Darunter war auch die Arbeiterpriester-Bewegung. Ihr gehörten Ordens- und Weltpriester an. Zunächst begrüßten und förderten Bischöfe, Orden und die römische Kurie das Projekt. 

Doch es kam die Befürchtung auf, die kommunistische Partei könnte über die Gewerkschaften die Arbeiterpriester indoktrinieren. 1954 erklärte Papst Pius XII. diese Mission für beendet.

Beim Zweiten Vatikanischen Konzil hob Papst Paul VI. das Verbot auf. 1979 sollen allein in Frankreich tausend Priester in Fabriken gearbeitet haben. Zu den prägendsten Persönlichkeiten zählt der belgische Kardinal Joseph Cardijn (1882-1967).

Pipan, Eva; Sieder, Franz (Hrsg.): „Arbeiterpriester. Symbol für eine andere Kirche“. Eigenverlag, 2024.
Bestellung: Tel. 0676 6857104
E-Mail: regenbogen56@gmx.at

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