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Megaprojekt: Haager Pfarrhof wird generalsaniert

Michaela Aichinger, 23.01.2025 10:50

STADT HAAG. Der Haager Pfarrhof ist einer der größten in der Diözese Sankt Pölten. Seit einem Jahr wird er mit großem Aufwand und Einsatz generalsaniert. Pfarrer Helmut Prader gibt Einblicke in dieses „Mammutprojekt“.

Pfarrer Helmut Prader (l.) arbeitet kräftig mit (Foto: Wolfgang Zarl)
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„Die letzte Generalsanierung des Haager Pfarrhofes hat 1790 stattgefunden. Die Bausubstanz reicht in das 15. Jahrhundert hinein. Kurz: Eine komplette Pfarrhofrenovierung war alternativlos“, berichtet Pfarrer Helmut Prader, der sich dieses „Mammutprojektes“ quasi als Bauherr angenommen hat.

Dach, Fenster, Böden oder Inneneinrichtung waren teils desolat. Das Haus soll zu einem Ort der Begegnung werden. Viel Arbeitet wartet noch auf die Pfarre.

4.000 Tonnen Bauschutt

Die Zahlen, die Pfarrer Prader auflistet, sind beeindruckend: 4.000 Tonnen Bauschutt wurden aus dem Pfarrhof herausgeholt. Alles wurde recycelt. 30.000 ehrenamtliche Arbeitsstunden wird es für die Arbeiten an dem denkmalgeschützten Gebäude brauchen – 12.000 wurden schon geleistet. Davon über 1.000 durch den Pfarrer selbst.

Zwei Jahre dauerten die Planungsarbeiten, im Jänner 2024 war Baubeginn, im Dezember 2025 soll die Renovierung fertig sein, die Segensfeier ist für Mitte 2026 geplant.

Pfarrhof künftig für Veranstaltungen buchbar

Der zukünftig barrierefrei zugängliche Pfarrhof wird auch für Veranstaltungen gebucht werden können. 1.700 Quadratmeter groß ist die Fläche (ohne Zubau) des zweigeschoßigen Gebäudes mit Keller. Geplant sind Wohnungen für Pfarrer, Kaplan, Pastoralassistenten und eine zur Vermietung, Lift, eine neue Kapelle, ein Saal für 120 Personen, Fuß- und Pelletsheizung und dergleichen.

Und natürlich gibt es genug Platz für die Pastoral: Möglichst viele Gruppen sollen das Gebäude nutzen können, damit es ein lebendiger Ort wird.

Rund 300 Helfer

Rund 300 Mitarbeitende mit vielen Talenten und Fähigkeiten beteiligen sich an dem Projekt, federführend abgesehen von Pfarrer Prader sind unter anderem Pfarrkirchenrat Leopold Aichberger und Pfarrgemeinderatsobmann-Stellvertreter Johann Leutgeb.

Die Pfarre macht viel, um die Helfer zu motivieren, so gibt es täglich für alle eine warme Mahlzeit. Die Hilfe ist breit und vielschichtig: Baufirmen und Landwirte stellen ihre Geräte wie Traktoren oder Bagger gratis zur Verfügung, Handwerker verrechnen keine Überstunden, Mehlspeisspenden kommen im großen Stil.

Auch die Vereine und örtlichen Feuerwehren packen bei Boden-, Maler- oder Elektroaufgaben kräftig mit an.

Veranstaltungs-Vorausschau

Zahlreiche Veranstaltungen hat die Pfarre zur Mitfinanzierung des Pfarrhofs bereits organisiert wie etwa ein Konzert mit den Wiener Sängerknaben oder Theaterstücke. Pfarrer Prader kündigt weitere Highlights an: Die Militärmusik tritt am 14. März auf, am 9. Mai findet ein Muttertagskonzert statt, am 6. Juli kommen die KisiKids und am 27. Juli wird es mit dem Theaterstück „Don Camillo und Peppone“ garantiert lustig.

Förderstellen

Freilich, nur mit Eigenleistungen kann so ein Projekt natürlich nicht realisiert werden. Daher sei man für die Förderungen seitens des Bundesdenkmalamtes, des Landes, der Diözese St. Pölten und der Gemeinde Haag „sehr dankbar“. Prader betont die „gute Zusammenarbeit mit allen Beteiligten“.

Der Pfarrhof wird auch in die Landesausstellung in Mauer 2026 einbezogen: Derzeit werden Wandmalereien aus dem Jahr 1830 restauriert, die von hoher Qualität sind. Dieser historische Raum mit schönem Blick über die Stadt ist künftig etwa für Konzerte nutzbar.

Pfarrer werkt auf Baustelle mit

Helmut Prader wirkt als Pfarrer in Haag und Strengberg, arbeitet am Diözesangericht mit und ist Institutsvorstand an der Theologischen Hochschule im Stift Heiligenkreuz. Dennoch findet er die Zeit, um an der Generalsanierung mitzuarbeiten.

Er bedient den Bagger und hat sogar den Kranführerschein gemacht. Über 1.000 Arbeitsstunden hat er bereits hinter sich sowie zahlreiche Besprechungen mit dem Bundesdenkmalamt. „Auch 16 Weihnachtsfeiern habe ich besucht, manchmal mehrere pro Tag“, schmunzelt er. Das stärke den Austausch und motiviere die Haager zusätzlich.

Die fast täglichen Baufortschritte können übrigens auf dem Instagram-Kanal der Pfarre begutachtet werden.


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