Amstettner braut mit dem „s'Edla“ fünf verschiedene Craft Bier-Sorten
AMSTETTEN. Joachim Schnabel ist Biertrinker und Craft Bier-Brauer aus Leidenschaft. In seiner Mini-Brauerei in der Schloßgasse stellt der 49-Jährige fünf verschiedene Sorten seines „s“Edla“ her.

Es war wohl ein Wink des Schicksals, als Joachim Schnabel vor Jahren von seiner Freundin einen Braukurs zum Geburtstag geschenkt bekam. „Ich habe gemerkt, dass Bierbrauen gar nicht so schwer ist. Man kann im Prinzip mit einem Topf und zwei Kübeln brauen“, erzählt Schnabel.
Learning by doing
In der Folge las Schnabel viel Fachliteratur und klickte sich durch Internetforen. Doch weil Probieren über Studieren geht, fing er an, herumzuexperimentieren. „Die ersten Sude sind oft in die Hose gegangen. Durch die Fehler habe ich aber viel dazugelernt“, sagt der ausgebildete Biersommelier, der pro Woche 20 bis 30 Stunden für sein Hobby aufbringt.
Exotische Zutaten
Etwas versteckt in einer Gartenlaube hinter seinem Elternhaus braut Schnabel seit zwei Jahren nun sein eigenes Craft (von englisch handcrafted = handwerwerklich hergestelltes) Bier, das „s“Edla„. Vier Sorten – ein Märzen mit Zitrus-Orangen-Note, ein goldbraunes Wiener Lager, ein Altbayrisch-Dunkel und ein englisches Porter Starkbier – gehören zum Standardprogramm. Fix dabei ist auch ein nicht süßes Honigbier. Darüber hinaus hat Schnabel - ein Liebhaber englischer Biere - mit einem Freund ein helles Stout gebraut, das durch die Zugabe von Kaffeebohnen, Kakaobruch und Tonkabohnen wie ein Porter schmeckt.
Kein Reinheitsgebot
Dass es überhaupt möglich ist, Kreativbiere mit so unterschiedlichen Zutaten zu brauen, ist nicht selbstverständlich. „In Österreich sind wir in der glücklichen Lage, dass wir nicht wie die Deutschen an ein Reinheitsgebot gebunden sind, sondern an den Österreichischen Lebensmittelkodex„, sagt Schnabel. Man dürfe daher alles, was in Österreich an Lebensmitteln und Gewürzen zugelassen ist, ins Bier geben.
Ansporn für Großbrauereien
Craft Biere sieht Schnabel als absolute Bereicherung. Sie würden die Brau-Szene im wahrsten Sinne des Wortes ordentlich „umrühren“ und auch die großen Brauereien anspornen, eigene Kreativbiere zu brauen. In naher Zukunft will Schnabel noch mehr Craft Bier herstellen. Dafür braucht er allerdings einen Partner und einen neuen Standort. Sein Wunsch ist das nahegelegene Schloss Edla, was auch zum Namen seines Bieres passen würde.


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