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Willkommen Mensch Amstetten zieht nach viereinhalb Jahren eine positive Bilanz

Thomas Lettner, 22.07.2019 10:54

AMSTETTEN. Seit der Gründung im Februar 2015 leistet die Initiative Willkommen Mensch in Amstetten Starthilfe für geflüchtete Menschen. Bei der letzten Teamsitzung zogen die Leitungsmitglieder eine positive Bilanz.

Christian Köstler ist Mitarbeiter bei Willkommen Mensch in Amstetten. Foto: Thomas Lettner
Christian Köstler ist Mitarbeiter bei Willkommen Mensch in Amstetten. Foto: Thomas Lettner

Von Anfang an setzte die Initiative Willkommen Mensch, die es auch in anderen Gemeinden und Städten Niederösterreichs gibt, auf ein Patensystem. Mehr als 100 freiwillige Mitarbeiter begleiteten rund 70 Familien und unterstützten sie bei Arzt- und Behördengängen, bei der Wohnungs- und Jobsuche oder in der Schule. Es wurden Deutschkurse, Sachspenden und Willkommenscafés organisiert, gemeinsam gefeiert und etwas miteinander unternommen.

Weniger Mitarbeiter

Aus den Patenschaften entwickelten sich Freundschaften, die bis heute andauern. Das Engagement bei Willkommen Mensch ist mittlerweile aber abgeflaut. Viele ehemalige Asylwerber haben einen Job gefunden oder sind weggezogen. Ihre Kinder besuchen zum Teil höhere Schulen. „Unser Ziel war es immer, Geflüchteten eine Starthilfe zu geben. Jetzt sehen wir uns mehr als Lobby für ein gutes Miteinander“, sagt Mitarbeiter Christian Köstler. Der Zuzug an Geflüchteten sei auch nicht mehr so stark wie vor einigen Jahren. Außerdem sei es weit schwieriger geworden, Asyl zu bekommen.

Verschiedenste Jobs

Diejenigen, die am Arbeitsmarkt Fuß gefasst haben, sind heute in verschiedenen Bereichen tätig. Manche arbeiten als Produktionsmitarbeiter, im Bau- oder Gastgewerbe oder im Wirtschafts- und Verwaltungsbereich. Zwei Frauen haben es sogar zur AMS-Beraterin beziehungsweise zur Bankangestellten gebracht. Afghanen hätten, obwohl sie großteils weit weniger Bildung vorweisen können als Syrer, oft leichter einen Job gefunden. „Unter den Syrern gibt es Geschäftsleute, Manager und Akademiker. Viele haben geglaubt, denselben Job zu bekommen wie früher“, erklärt Köstler.


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