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Frauenselbsthilfe Amstetten zum Weltkrebstag: „Krebs hält sich nicht ans Alter“

Michaela Aichinger, 04.02.2020 08:03

AMSTETTEN. Krebs ist eine Diagnose, die Betroffenen den Boden unter den Füßen wegzieht. Anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar sprach Tips mit Paula Raab und Ottilie Sandvoß von der „Frauenselbsthilfe nach Krebs“.

Auch junge Frauen können an Brustkrebs erkranken. Selbstabtasten der Brust ist unerlässlich. Foto: YURII MASLAK/Shutterstock.com

Die „Frauenselbsthilfe nach Krebs“ vereint Frauen mit der Diagnose Brustkrebs. Gruppentreffen finden ein Mal im Monat (am zweiten Dienstag) ab 14 Uhr in einem Gruppenraum im Landesklinikum Amstetten statt.“Wir wollen in der Gruppe vor allem vermitteln, mit der Diagnose Krebs nicht allein zu sein. Gemeinsam sind wir stärker und helfen uns gegenseitig unter anderem mit Erfahrungsaustausch und positiven gemeinsamen Erlebnissen“, berichtet Paula Raab, die die Gruppe vor 25 Jahren gegründet hatte, nachdem sie selbst an Brustkrebs erkrankt war.

Andere Ansprüche

Vor 25 Jahren sei Brustkrebs noch ein absolutes Tabuthema gewesen. Betroffene Frauen waren über ihre Erkrankung oft nicht ausreichend informiert. „Wurden damals in den Gruppentreffen medizinische Begriffe aus den Befunden erklärt, so ist das heute kein Thema mehr. Mit der Erkrankung wird offen umgegangen und die meisten Frauen wissen Bescheid. Dadurch fällt ein Teil der Gruppenarbeit weg“, so Raab.

„Druck für berufstätige Frauen“

Dennoch bemerke sie, dass vor allem berufstätige Frauen einem gewissen Druck ausgesetzt seien, wieder rasch „fit“ zu sein. „Manche Frauen möchten oder müssen rasch nach einer Operation wieder ins Arbeitsleben einsteigen und das Thema abhaken. So rasch geht das nicht. Menschlich braucht die Verarbeitung einer Brustkrebserkrankung mehr Zeit. Diese Zeit können sich aber manche Betroffene nicht nehmen“, betont Raab.

Kein medizinischer Rat

In der Frauenselbsthilfegruppe wird kein medizinischer Rat erteilt. „Unsere Devise lautet: Ärzte und Spitäler wissen, wie man Brustkrebs behandelt. Wir wissen, wie man mit der Diagnose umgeht“, unterstreicht Raab. So würden in der Gruppe etwa Tipps zur Linderung der Nebenwirkungen von Bestrahlung oder Chemotherapie weitergegeben. „Wir schöpfen hier aus unserem langjährigen Erfahrungsschatz, den wir bei Treffen und Schulungen immer noch erweitern“, so Ottilie Sandvoß. Bei manchen Frauen in der Gruppe sei die Erkrankung zum Teil schon lange her. „Es kommen aber auch Frauen, die erst vor kurzem von ihrem Mammakarzinom erfahren haben“, erklärt Raab.

Prävention

Ein großes Anliegen ist Raab und Sandvoß in ihrem Engagement die Präventionsarbeit. „In Österreich erhält eine von acht Frauen die Diagnose Brustkrebs. Und Krebs hält sich nicht ans Alter. Das heißt, dass auch junge Frauen daran erkranken“, unterstreicht Raab.

Selbstabtasten der Brust

Wichtig sei, ab der Pubertät die Brüste selbst abzutasten, um deren Beschaffenheit kennenzulernen. „Das gelingt am besten unter der Dusche, da durch den Seifenfilm die Hand über die Haut gleitet und Veränderungen besser ertastet werden können“, erklärt Raab. Die Selbstuntersuchung sollte ein Mal pro Monat durchgeführt werden, am besten zwischen dem vierten und dem zehnten Tag nach der Blutung. „Dann ist die Brust druckunempfindlicher und weicher“, so Raab. Auch sie selbst habe durch Abtasten der Brust im Alter von 34 Jahren die Erkrankung früh erkannt.

„Selbstverantwortung gefragt“

„Hier ist Selbstverantwortung gefragt. Wir sind mündige Menschen und können die Verantwortung nicht abgeben. Je früher Brustkrebs erkannt wird, umso größer sind die Heilungs-Chancen“, so Raab, die auch darauf verweist, die Mammografie regelmäßig in Anspruch zu nehmen.

Diagnose annehmen

Dass der Moment der Diagnose ein Schockerlebnis sei, verstehe sich von selbst. „Aber es ist ein Irrtum zu glauben, dass danach das Leben vorbei ist. Natürlich geht jeder Mensch individuell mit der Diagnose um. Aber wenn die Behandlungen abgeschlossen sind, ist ein sehr gutes Leben möglich. Wichtig ist die Einstellung: man muss die Diagnose annehmen und dann mittels der Behandlungen sowie mental gegen den Krebs ankämpfen. Dieser Umgang mit der Erkrankung kann zu einer Verbesserung der Lebenssituation Betroffener führen“, so Raab abschließend.

Frauenselbsthilfe nach Krebs

Tel. 0664/1142985

www.frauenselbsthilfe-amstetten.at


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