Was tun mit der reichen Gartenernte? Fermentation als neuer Trend - Workshop in Seitenstetten
SEITENSTETTEN. Altbewährtes neu entdeckt: die Seitenstettner Glaskünstlerin Eva Lobmayr lässt in kurzen Workshops Interessierte an ihren Erfahrungen in Sachen Fermentation, also milchsaurer Vergärung, teilhaben.

Schon viele Generationen wussten, wie der eigene Speiseplan durch Gemüse aus dem Garten ganzjährig aufgepeppt und verbessert werden kann: nämlich durch Fermentation. Dabei werden Lebensmittel mit einer Salzschicht versehen und in ein abgedecktes Gefäß gegeben. Auf diese Weise entsteht ein Milieu, in dem sich Milchsäure bildet und schließlich gärt – schlechte Bakterien bleiben durch diesen Prozess inaktiv.
Workshop mit Verkostung
Eva Lobmayr erklärt, wie einfach diese Art der Haltbarmachung selbst umgesetzt werden kann. Bei ihren Workshops darf natürlich auch eine kleine Verkostung nicht fehlen.
Interview
Das BildungsZentrum St. Benedikt stellte Eva Lobmayr einige Fragen zum Thema.
Frau Lobmayr, wie sind Sie auf das Thema „Fermentation“ gestoßen und wie lange wenden Sie diese Methode nun schon an?
Eva Lobmayr: Mich hat immer schon Handwerk verschiedener Kulturen interessiert. Dabei bin ich etwa vor zehn Jahren auf Kraut- und Kimchitöpfe gestoßen und wollte das einfach selbst ausprobieren. Nicht alles hat auf Anhieb funktioniert, ich habe aber immer weiter experimentiert. Zum Teil wusste ich auch gar nicht, wie das schmecken sollte, wurden doch fermentierte, unpasteurisierte Lebensmittel kaum angeboten. Bei meiner Ausstellungstätigkeit als Glaskünstlerin habe ich all die Jahre immer wieder Kollegen getroffen, die selbst fermentiert und Familientraditionen fortgeführt haben. Man tauschte sich aus und war wieder ein Stück weitergekommen. Wenn man einmal ins Thema „Fermentation“ reingekippt ist, ist das ein Experimentierfeld ohne Grenzen. Es verbindet, macht Spaß und schmeckt gut.
Was finden Sie an milchsaurer Vergärung besonders spannend?
Eva Lobmayr: Am meisten gefällt mir beim Fermentieren das Ausprobieren von neuen Geschmäckern, das Experimentieren mit Wildgemüse aus dem Garten. Ich kann auch nur eine kleine Menge Gemüse ins Glas geben und nach wenigen Tagen gibt es zum Beispiel wunderbar fermentierte prickelnde Karottensticks. Das gibt es nicht zu kaufen, das ist „homemade“ – was für ein Glücksgefühl!
Bleiben bei der Fermentation die Vitamine erhalten?
Eva Lobmayr: Ja. Was gerade im Garten wächst, kann ich für die Wintermonate haltbar machen, ohne Einbußen der Nährwerte und Vitamine. Oder ich kaufe saisonal beim inzwischen fantastischen Gemüseraritäten-Angebot der Biogärtner und Biobauern in nächster Umgebung. Außerdem kann ich Gemüse fast gänzlich nutzen: auch die Blätter und Stängel, die oftmals vitaminreicher sind, als die gebräuchlich verwendeten Teile. Nebenbei hat man übrigens auch jede Menge Gesundheitsvorteile: nämlich Lebensmittel voller Probiotika, leistbare „Medizin“, die jeder zu Hause einfach herstellen kann. Der beste Weg, eine gesunde Darmflora aufzubauen. Mein Tipp: einfach einmal ausprobieren!


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