Die schützenswerte Vogelwelt des Mostviertels

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Norbert St. Mottas Norbert St. Mottas, Tips Redaktion, 12.01.2021 18:42 Uhr

MOSTVIERTEL. Experten schlagen Alarm: Die heimische Vogelpopulation schrumpft drastisch – auch im Mostviertel.

MOSTVIERTEL. Der Winter ist eine gute Gelegenheit, um Vögel zu beobachten – etwa am Futterhäuschen. Besonders schätzen es die Vögel, wenn die Futterhäuschen in der Nähe von Sträuchern sind, in die die Vögel flüchten können, wenn sie erschrecken. Noch mehr als Futterhäuschen schätzen Vögel Trink- und Badegelegenheiten: etwa Blumentopfuntersetzer aus Ton, bei denen man regelmäßig für frisches Wasser sorgt und Eis entfernt. Auch im Winter nehmen manche Vögel gern ein Bad.

Lebensräume sind wichtiger als Fütterung

Wichtiger als Fütterung ist allerdings die Schaffung von Lebensräumen für Vögel. Insbesondere die grassierende Bodenversiegelung und Zerstörung von Naturlandschaften setzen der Vogelwelt zu. Futterhaus und Nistkasten nützen nichts, wenn der Garten nicht vogelfreundlich ist. Vögel können nur da ihre Jungen aufziehen, wo es genug Nahrung gibt.

Wer einen Garten hat, kann mit einfachen Mitteln Lebensräume zumindest für Gartenvögel schaffen. Die Vogelliebhaberin Michaela Litschl empfiehlt etwa die Pflanzung heimischer Bäume und Sträucher: Obstbäume sind sehr beliebt. Ein Apfelbaum bildet Nahrung für 19 Vogelarten, Birne, Zwetschke, Kirsche, Eberesche sogar Nahrung für 63 Vogelarten und Schwarzer Holunder gibt Nahrung für 62 Vogelarten – abgesehen davon, dass im Hausgarten kaum 60 Vogelarten zu finden sein werden.Wildsträucherhecken bieten den Vögeln Schutz vor Beutegreifern, sie sind eine Nahrungsquelle, bieten Schlafplatz und Nistmöglichkeiten. Besonders beliebt sind Sträucher mit Dornen und dichtem Geäst. Früchte und Beeren stellen eine wichtige Nahrung für Vögel im Winter dar.

Vogel des Jahres: Girlitz

Derzeit auf Winterreise ist der Girlitz, der von Birdlife Austria zum Vogel des Jahres 2021 gewählt wurde. Innerhalb der letzten 20 Jahre nahm der Girlitzbestand österreichweit auf ein Fünftel ab (minus 80 Prozent von 1998 bis 2016). Der Girlitz zählt zu den Sorgenkindern der heimischen Vogelwelt.

Er benötigt einerseits Bäume zum Brüten und Singen, andererseits niedrig bewachsene Flächen zur Nahrungssuche. Gärten, Friedhöfe und aufgelockerte Ortsränder sowie Streuobstwiesen und Weingartenlandschaften sind seine wichtigsten Lebensräume. Entscheidend ist in jedem Fall ein reiches Angebot an Wildkräutern, denn er ernährt sich ausschließlich von Wildkräutersamen wie Hirtentäschel, Löwenzahn, Gänsedistel, Vogelmiere, Wegrauke, Wildkamille und kleinen Baumsamen der Ulme oder der Birke. Auch die Jungen werden mit einer Art Babybrei aus zerquetschten unreifen Samen gefüttert.

Nahrungsarme Landschaft

Im Spätwinter sind in unserer nahrungsarmen Landschaft kaum noch Samen zu finden. Der Verlust von Sämereien der Wildkräuter geschieht durch den Einsatz von Herbiziden und durch das Mulchmähen. Blüten kommen bei dieser Mähart nicht mehr zur Samenbildung.

„Wildes Eck“

Litschl empfiehlt, im Garten ein „wildes Eck“ übrig zu lassen. Eine Einöde aus englischem Rasen und Thujenhecken wird nur sehr wenige Vogelarten anlocken. Um aufgeräumte Gärten machen nicht nur Rotkehlchen, Zilpzalp, Mönchsgrasmücke und Zaunkönig einen großen Bogen. In naturnahen Gärten finden sie auch Nistmaterial wie Grashalme, Zweige, Moos, Federn oder Haare. Es gilt, nicht penibel aufzuräumen und Samenstände von Stauden über den Winter stehen zu lassen. Vögel suchen Futter unter Falllaub, unter der Rinde alter Bäume, in Asthaufen, im Totholz oder im Komposthaufen.Umfassende Informationen über naturnahe Gartengestaltung, die den Vögeln Lebensraum bietet, gibt es auf den Websites von Birdlife Austria oder des Naturschutzbundes.

 

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