„Natur im Garten“: Torferden sind Klimakiller

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Michaela Aichinger Michaela Aichinger, Tips Redaktion, 19.02.2021 19:57 Uhr

NÖ. Verzicht auf chemisch-synthetische Pestizide sowie Düngemittel und Verzicht auf Torf – diese drei Kernkriterien von „Natur im Garten“ sind seit 22 Jahren der Maßstab für ökologisches Gärtnern. Doch gerade beim Punkt „Verzicht auf Torf“ haben viele Konsumenten Fragen.

„Was soll man stattdessen kaufen?“ oder „Auf der Verpackung steht ja bio“? „Natur im Garten“ will den Hobbygärtnern 2021 eine Hilfestellung bei der Kaufentscheidung geben. Frei nach dem Motto: Torffrei – sei dabei! Denn über 90 Prozent des in Österreich verwendeten Torfs landet als Erde im Beet, Kübel oder Kisterl. 

Bio ist bei Erden nicht gleich torffrei

„Bio“ wird mit Nachhaltigkeit und Umweltschutz assoziiert. Bei der Erde für Garten, Balkon oder Terrasse ist die Bezeichnung „Bio“ trügerisch, dürfen Bio-Erden doch bis zu 70 Prozent Torf enthalten. Wenn der Torfabbau in diesem Tempo fortgesetzt wird, gibt es in 50 Jahren keine Moore mehr. „Torf ist zwar ein Naturprodukt, jedoch werden durch seinen Abbau wichtige CO2-Speicher zerstört und Moore bilden sich erst nach Jahrhunderten wieder nach“, so VP-Landesrat Martin Eichtinger: „Greifen Sie zu torffreier Erde. Zudem stellen viele Gemeinden Komposte zur kostenfreien Selbstabholung zur Verfügung.“

1000 Jahre für einen Meter

Torfmoose bilden pro Jahr nur etwa einen Millimeter nach, das ergibt 1000 Jahre für eine ein Meter dicke Torfschicht. Zudem haben Torfprodukte weite Reisen hinter sich, bis sie bei uns in den Handel gelangen. 53 Prozent kommen aus Nord-Deutschland, 17 Prozent aus Lettland und 15 Prozent aus Tschechien. Der Rest aus Estland, Litauen und Russland. 

Moore sind essentiell für Klima und Biodiversität

Obwohl Moore nur drei Prozent der Landfläche ausmachen, sind dort 30 Prozent des gesamten vorkommenden terrestrischen Kohlenstoffs gebunden. „Natürliche Moore leisten den besten Klimaschutz, da sie CO2 auf lange Zeit in den Boden einlagern. Beim Abbau von Torf werden klimaschädliches CO2, Methan und auch Lachgas, das 300 Mal klimaschädlicher ist als CO2, freigesetzt“, so Katja Batakovic, fachliche Leiterin von „Natur im Garten“. Zudem beheimatet das Ökosystem Moor hochspezialisierte Pflanzen und Tiere, die bei fortschreitendem Abbau der Moore zum Aussterben verdammt sind.

Zwei Tipps der Expertin

Für den nächsten Kauf hat Batakovic zwei Tipps parat: „Achten Sie auf das “Natur im Garten„-Gütesiegel oder holen Sie sich Beratung bei einem der 164 ,Natur im Garten“-Partnerbetriebe. Moore sind so wichtig, dass es sich lohnt, ein paar Euro mehr in torffreie Erde zu investieren.„

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