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Amstettner Familienberatung "bewusst entscheiden – Beratung zum Lebensende“ zieht Bilanz

Michaela Aichinger, 17.04.2024 11:31

AMSTETTEN. Seit einem Jahr erhalten schwer erkrankte Menschen und deren Angehörige in der Amstettner Beratungsstelle „bewusst entscheiden – Beratung zum Lebensende“ psychosoziale sowie rechtliche Unterstützung.

Das Team der Amstettner Familienberatung "bewusst entscheiden – Beratung zum Lebensende“ (v. l.): Nicole Zainzinger-Jandl (Sozialarbeiterin und Psychotherapeutin), Gerlinde Bieringer (Juristin), Sonja Mille (Dipl. Ehe-, Familien- und Lebensberaterin) (Foto: Privat)
Das Team der Amstettner Familienberatung "bewusst entscheiden – Beratung zum Lebensende“ (v. l.): Nicole Zainzinger-Jandl (Sozialarbeiterin und Psychotherapeutin), Gerlinde Bieringer (Juristin), Sonja Mille (Dipl. Ehe-, Familien- und Lebensberaterin) (Foto: Privat)

Die Beratungsstelle rund um das Thema Lebensende wurde durch das Engagement des Teams der Frauenberatung Mostviertel Anfang 2023 ins Leben gerufen und bietet für das gesamte Mostviertel Unterstützung für Frauen und Männer in einer Zeit des Lebens, die oft von schweren Entscheidungen und psychosozialen Herausforderungen geprägt ist.

Die Angebote umfassen psychosoziale und rechtliche Beratung für Menschen, die schwere Erkrankungen haben und deren Angehörige oder Vertraute.

51 Beratungen im Jahr 2023

Im Jahr 2023 konnten bereits 51 Beratungen zu den Themen Rechtliche Möglichkeiten am Lebensende, Verlust, Trauer, Kommunikation in der Familie und zur Sterbeverfügung durchgeführt werden.

Die Klienten werden von einem erfahrenen Team betreut, bestehend aus der Diplomierten Ehe-, Familien- und Lebensberaterin Sonja Mille, der Sozialarbeiterin und Psychotherapeutin Nicole Zainzinger-Jandl und der Juristin Gerlinde Bieringer. Mobile Beratung ist möglich.

2023 wurden zwei Personen betreut, die den assistierten Suizid geplant und umgesetzt haben. Im Moment werden drei Personen und ihre Angehörigen begleitet, die eine Sterbeverfügung errichten wollen.

Ihnen allen ist gemeinsam, dass sie an sehr schweren Erkrankungen leiden. Oft sind die Schmerzen unerträglich und nicht in den Griff zu bekommen und der Leidenszustand ist extrem hoch. Nicht alle möchten mit der Errichtung einer Sterbeverfügung den assistierten Suizid gleich umsetzen. Für einen Teil der Betroffenen dient die Sterbeverfügung als Sicherheit für den Fall, dass die Erkrankung fortschreitet und ihr Leiden für sie unerträglich wird.

Fünf Vorträge organisiert

Weiters wurden fünf Vorträge zum Thema „Selbstbestimmung am Lebensende“ in Amstetten, Scheibbs, Melk, Wieselburg und Weyer abgehalten, die mit insgesamt 210 Teilnehmern sehr gut besucht waren.

In Amstetten wurde eine Tagung und Weiterbildung zum Thema „Bewusst entscheiden – Umsetzung und Erfahrung zum assistierten Suizid / Sterbeverfügungsgesetz“ durchgeführt. Die 60 Teilnehmer kamen aus dem Gesundheits- und Sozialbereich und hatten die Möglichkeit, sich über das neue Gesetz zu informieren, auszutauschen und - durchaus kontroversiell - zu diskutieren.

Neu: Gruppe zum Thema „Selbstbestimmung am Lebensende“

„Ab Mai 2024 starten wir mit einer Gruppe zum Thema 'Selbstbestimmung am Lebensende', zu der Betroffene von schweren Erkrankungen und Angehörige eingeladen sind. Die Treffen werden einmal pro Monat stattfinden und verschiedene Themen wie Krankheit, Schicksal, Sterben, Trauer, rechtliche Planung oder Freiräume beinhalten. Wir wollen Menschen unterstützen, ihren Alltag in einer krankheitsgeprägten Lebensphase besser zu bewältigen“, erzählt Gerlinde Bieringer (Juristin), die gemeinsam mit Isabella Süß (Trauerbegleiterin) die Gruppe leiten wird.


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