Jochen Fallmann im Interview „Für mich gibt es keine jungen oder alten Spieler, sondern nur gute oder schlechte“

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Bastian Weinzierl Bastian Weinzierl, Tips Redaktion, 09.12.2019 22:31 Uhr

AMSTETTEN. Im März dieses Jahres, als der SKU auf dem vorletzten Platz rangierte und man ganz klar vom Abstiegskampf sprechen musste, übernahm der gebürtige St. Pöltner Jochen Fallmann den SKU. Mit sieben Siegen, einem Remis und fünf Niederlagen führte der Ex-SKN-Akteur die Amstettner zum Klassenerhalt in der Vorsaison. Im Tips-Interview verriet er unter anderem, wie zufrieden er mit der Hinrunde dieser Saison ist und wie groß die Vorfreude im Hinblick auf das Cupspiel gegen Salzburg ist.

Tips: Grüß Gott Herr Fallmann, wie zufrieden sind Sie mit der Hinrunde ihres SKU?

Jochen Fallmann: Also ich glaube, dass wir im Laufe des Herbstes Schwankungen hatten, aber in den letzten Wochen der Saison sehr stabil gespielt haben und sich dies auch in den Ergebnissen wiederspiegelt. Mit acht ungeschlagenen Spielen und dem Cup-Viertelfinale kann man definitiv zufrieden sein und von einer guten Hinrunde sprechen.

Tips: Der Altersschnitt der Liga liegt bei nicht einmal 23 Jahren. Wie sehen Sie diesen Fakt im Hinblick auf die Entwicklung des österreichischen Fußballs?

Jochen Fallmann: Ich denke, dass die zweite Liga schon vor 6-8 Jahren für die Entwicklung junger Spieler gestanden ist - sehr viele heutige Bundesliga- oder sogar Nationalspieler sind in dieser Liga herangewachsen. Dies hat sich auch bis heute nicht verändert, im Gegenteil, aufgrund der Amateurmannschaften, die in dieser Liga spielen und dem Fakt, dass die Anzahl der Ligamitglieder auf 16 erhöht wurde, strömen immer mehr junge Spieler nach. Daraus ergibt sich der Vorteil, dass sie ausreichend Spielzeit erhalten, sich entwickeln können und dann den nächsten Step Richtung Bundesliga und später Richtung Ausland wagen können.

Tips: Konnten Sie schon ausreichend Erfahrung mit jungen Spielern sammeln?

Jochen Fallmann: Naja, ich bin zwar erst vierzig Jahre alt, arbeitete aber schon acht Jahre während meiner Profikarriere im Nachwuchs und betreute später die SKN-Juniors. Somit bin ich es gewöhnt, mit jungen Spielern zu arbeiten. Für mich gibt es aber keine jungen oder alten Spieler, sondern nur gute oder schlechte.

Tips: Gibt es für Sie in Ihrem Team einen Senkrechtstarter der Saison?

Jochen Fallmann: Wenn man von einem Senkrechtstarter sprechen will, fällt mir als Erstes der Name Philipp Offenthaler ein. Er wuchs in Ardagger heran und wechselte sehr früh zum deutschen Regionalligisten Wacker Burghausen. Nach einem Jahr kam er zurück nach Österreich, zuerst den SKN-Juniors und schließlich nach Amstetten. Bei dieser Transferhistorie könnte man denken, er sei schon ein älterer Spieler, aber er ist erst 21 Jahre alt. Letzte Saison hat er wenig gespielt, diese Saison nutzte er allerdings seine Chance und spielt wirklich sehr gut. Durch seine konstanten Leistungen ist er für mich der Spieler des Herbstes.

Tips: Ganz Fußball-Amstetten blickt dem Cupduell mit Red Bull Salzburg im Frühjahr gespannt entgegen. Wie groß ist die Vorfreude in der Mannschaft?

Jochen Fallmann: In der Mannschaft, der Führungsebene und auch bei uns Trainern war die Vorfreude nach der Auslosung natürlich riesengroß. Für Amstetten ist es, sage ich jetzt einmal so, ein Jahrhundertspiel. Das klingt vielleicht etwas überspitzt, aber diese Mannschaft hat in Österreich in den letzten zehn Jahren alles dominiert und sogar auf internationaler Ebene einiges erreicht. In meinem Umfeld wurde aufgrund der Terminansetzung von einem Skandal gesprochen, das sehe ich ähnlich. Der gesamte österreichische Fußball sollte sich da einmal Gedanken machen, ob dieser Termin der richtige für ein Cup-Viertelfinale ist. Wir freuen uns natürlich sehr auf dieses Spiel und hoffentlich können wir das Spiel im Frühjahr vor heimischer Kulisse austragen - das wäre ein super Start für uns in die Frühjahrssaison.

Tips: Welche Chancen rechnet man sich im Vorstand und im Trainerteam aus?

Jochen Fallmann: Chance haben wir eigentlich keine, aber genau daraus wollen wir eine Chance ergreifen. Ich glaube, dass es in zwanzig Spielen einmal möglich ist, eine solche Mannschaft so richtig zu ärgern und vielleicht gelingt und das genau im Februar.

Tips: Abschließende Prgonose: Auf welchem Tabellenrang steht der SKU am Ende der Saison?

Jochen Fallmann: Auf einem einstelligen.

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