Widerstand gegen „Junges Wohnen“ in Mauer
MAUER. Eine Anrainergruppe in Mauer spricht sich gegen das geplante Wohnprojekt „Junges Wohnen“ in Mauer aus. Sie befürchtet unter anderem einen Wertverlust ihrer Eigenheime.

MAUER. Eine Gruppe von Anrainern in Mauer wehrt sich gegen ein geplantes Wohnprojekt, bestehend aus drei Wohnblocks zu je elf Wohneinheiten. Aus dieser Anrainerbewegung formierte sich der „Dorferneuerungsverein Dolichenus Mauer“ mit Obmann Otto Hinterholzer, der sich als Ansprechpartner auf Seiten der Anrainer anbietet.
Wertverlust und Konfliktpotential
Konkret befürchten die Anrainer neben Wertverlusten der Eigenheime auch eine erhöhte Lärmentwicklung, ein verstärktes Verkehrsaufkommen sowie ein erhebliches Konfliktpotential. Weiters kritisieren die Anrainer angesichts des Klimawandels die weitere massive Flächenversiegelung durch den Bau von drei Wohnblocks. Sie vermissen eine aktive Bodenpolitik sowie qualitativ hochstehende Ortsplanung.
Diskussion im Ausschuss
Der Ortsvorsteher Manuel Scherscher (ÖVP) erklärt, dass das Projekt noch von der damaligen SPÖ-Stadtregierung stamme und im Wahlkampf initiiert worden sei. „Ich finde die Wohnform Junges Wohnen sehr wichtig. Man muss aber gut überlegen, wo das stattfinden soll und dann muss da breit diskutiert werden.“ Sehr weit gediehen sei das Projekt ohnehin noch nicht. „Die damalige Stadtregierung hat das Projekt damals vorgestellt, seither habe ich nichts mehr davon gehört. So ein Projekt soll gemeinsam mit der Bevölkerung besprochen werden.“ Vor allem müsse ein Projekt wie „Junges Wohnen“ im Ausschuss Stadtentwicklung des Gemeinderats diskutiert werden. In dem Ausschuss seien alle Parteien vertreten.
Mangelnde Information kritisiert
Die Anrainer kritisieren auch Vizebürgermeister Gerhard Riegler (SPÖ), der es verabsäumt habe, die Anrainer zu informieren. Riegler erklärt, dass damals das Projekt gemeinsam mit der ÖVP besprochen wurde, auch wenn es keinen Beschluss gab. Auch das geplante Grundstück für das Projekt sei mit der ÖVP besprochen worden. Der Widerstand der Anrainer habe ihn verwundert. „Natürlich muss man die Sorgen der Bevölkerung ernst nehmen“, erklärt Riegler. „Ich finde es gut, dass sich eine Bürgerinitiative gegründet hat. Damit haben wir einen Ansprechpartner und ich werde mit den Anrainern Gespräche führen.“
Riegler geht davon aus, dass man im Gespräch eventuelle Befürchtungen ausräumen könne.
Gutes Projekt
Grundsätzlich sei das ein gutes Projekt. Junges Wohnen würde den Ortsteil Mauer beleben und sei ein Beitrag zur Kommunikation der Generationen. „Hier würden junge Familien einziehen, die werden keine lauten Partys feiern“, erklärt Riegler. Geplant waren 33 Wohnungen im noch nicht dicht verbautem Gebiet. Sollte die Zahl der Wohnungen Sorgen bereiten kann man überlegen, die Anzahl zurückzunehmen.Anrainer-VerfahrenAuf die Kritik, er habe die Anrainer nicht vorab informiert, erklärt Riegler, dass das Projekt noch nicht weit genug fortgeschritten war, dass man was herzeigen hätte können. Aber alles wäre im Rahmen des Baurechts erfolgt und das hätte auch ein Anrainer-Verfahren eingeschlossen.


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