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AMSTETTEN. Die Kläranlage des Gemeindeabwasserverbandes Amstetten (GAV) wird mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet. Die geschätzten Gesamtkosten belaufen sich auf 300.000 Euro.

(v.l.) Günter Zeilinger (GAV-Geschäftsführer), Bürgermeister Christian Haberhauer (GAV-Obmann), Bürgermeister Martin Schlöglhofer (GAV-Obmann-STV) und Wolfgang Voglauer (Geschäftsführer Planungsbüro IKW) Foto: mai

Kläranlagen benötigen für den Betrieb der vielen Pumpen, Rührwerke und insbesondere der Belüftung des Abwassers eine große Menge an elektrischer Energie. Die Kläranlage des GAV ist mit vier Blockheizkraftwerken ausgestattet, durch die elektrischer Strom aus Faulgasen erzeugt wird. Diese Energiegewinnung bewirkt, dass die Kläranlage schon seit Jahren bilanziell energieautark betrieben werden kann. Über den Jahresverlauf kann somit genau so viel Strom erzeugt werden, wie in der Kläranlage verbraucht wird.

Stromzukauf im Sommer

Für die Zwischenspeicherung des produzierten Faulgases besteht ein Gasspeicher, über den jedoch nur kurze Spitzen abgepuffert werden können. Auf Grund des schwankenden Gasanfalls müssen in Summe – speziell in den Sommermonaten – trotzdem erhebliche Strommengen zugekauft werden. Im Gegenzug dazu kann jedoch eine äquivalente Menge an Ökostrom zu Spitzenzeiten in das örtliche Stromnetz der Stadtwerke Amstetten abgegeben werden, was im Laufe eines Jahres zu der erwähnten ausgeglichen Energiebilanz führt. Die größten Zukäufe mussten im Jahr 2019 in den Monaten Juli, August und September getätigt werden.

PV-Anlage mit zirka 300 kWp geplant

Photovoltaikanlagen bringen gerade in den Sommermonaten den größten Ertrag. Da die Kläranlage Amstetten über erhebliche Dachflächen verfügt, sollen zukünftig eigene Photovoltaikmodule die fehlende Energie zum richtigen Zeitpunkt liefern. Eine Auswertung ergab, dass bei Belegung der jedenfalls sinnvoll nutzbaren Dachflächen eine Photovoltaikanlage mit einer Ausbaugröße von etwa 300 kWp realisiert werden kann.

Amortisation in sieben bis acht Jahren

„Auf Grund der zu erwartenden Bundesförderung in Höhe von 65.000 Euro ist damit zu rechnen, dass sich die gesamte Investition im Zeitraum von sieben bis acht Jahren amortisiert“, so Günter Zeilinger, GAV-Geschäftsführer.

Weiterer Schritt: Energiespeicherung

„Im Gemeindeabwasserverbandes Amstetten haben wir im März 2020 die Energieeffizienz der Kläranlage geprüft und uns zum Ziel gesetzt, nicht nur in der Bilanz 100 Prozent energieautark zu werden. Als erste Maßnahme errichten wir eine PV-Anlage und als weiterer Schritt wird in Zukunft auf Energiespeicherung gesetzt. Das Potential der Kläranlage kann somit ganzjährig genutzt werden und wir leisten einen wichtigen Beitrag für nachhaltige Bewirtschaftung von öffentlichen Gebäuden“, so VP-Bürgermeister Christian Haberhauer


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