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MOSTVIERTEL. Rund um die Uhr geöffnete Selbstbedienungs-Hofläden erfreuen sich steigender Beliebtheit. Die gesetzliche Auflage besteht darin, dass Bauern ausschließlich eigene Produkte verkaufen.

Lebensmittelpunkt: Für jeden Produzenten gibt es eine eigene Einwurfkassa. Foto: Hermann Ritt
  1 / 2   Lebensmittelpunkt: Für jeden Produzenten gibt es eine eigene Einwurfkassa. Foto: Hermann Ritt

MOSTVIERTEL. In Österreich gibt es Rund-um- die-Uhr-Selbstbedienungs-Hofläden, die sich neuerdings an die Öffnungszeiten der Geschäfte halten müssen, weil die Betreiber auch Waren anderer Produzenten anbieten. Die Hofläden in der Region Mostviertel haben andere Geschäftsmodelle.

Lebensmittelpunkte

Der Biobauer Hermann Ritt aus Biberbach betreibt sogenannte „Lebensmittelpunkte“. Einer davon befindet sich in St. Johann/Engstetten im Pfarrhof. Lebensmittelpunkte sind rund um die Uhr und alle Tage offen. Bauern der Region bieten hier ihre Waren an, von Most bis Marmelade, Brot, Milchprodukte, Fleisch, Wurst und vieles mehr. Damit ein Lebensmittelpunkt ständig offen bleiben darf, muss jeder einzelne Bauer auf eigene Rechnung und eigene Verantwortung verkaufen. Daher befinden sich an den Regalen Einwurfkassen zum Bezahlen der Ware. Jeder Bauer hat eine eigene Box. In den Lebensmittelpunkten finden sich vor allem Produkte von Landwirten der Region. Als kleinen Service kann man im Lebensmittelpunkt Videos und Fotos der Produzenten anschauen, damit man sieht, wer hinter den Produkten steht.

Minihofladen

Der Minihofladen steht in Stephanshart und wird von einem Verein betrieben. Auch hier verkauft jeder Landwirt seine Waren eigenständig, auch hier gibt es eine Vielzahl bäuerlicher Produkte aus der Region – aber das Bezahlsystem funktioniert digital. So kann ein Kunde die Waren verschiedener Anbieter kaufen und mit der Bankomatkarte – oder mit Bargeld – die Gesamtsumme zahlen. Das elektronische System teilt dann automatisch jedem Anbieter den entsprechenden Betrag zu.

Bürgermeister Johannes Pressl (ÖVP), ein großer Freund der Digitalisierung, nennt die Vorteile des Systems: „Seit wir das digitale Bezahlsystem haben, braucht niemand mehr Münzensammeln, um einzukaufen. Das Konzept ist genial: Es gibt ein schlichtes Regalsystem, ganz ohne Schnickschnack, und eine einfache Handhabung beim Bezahlen.“ Pressl gibt einen Vergleich: „Das ist wie Online-Shopping – aber in der realen Welt. Doch Digitalisierung könne noch mehr. So kann ein Bauer am Handy sehen, wieviel seiner Ware verkauft ist und damit auch den Lagerbestand kontrollieren – um bei Bedarf nachzufüllen.

Die Reinigung und Wartung des Minihofladens übernehmen die Bauern selbst nach einem Rotations-System.


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