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NÖ. In Niederösterreich gibt es eine Zunahme von illegalen Müllsammeltätigkeiten durch ausländische Kleinmaschinenbrigaden.

Vorsicht vor illegalen Müllsammlungen (Foto: Animaflora PicsStock/Shutterstock.com)
Vorsicht vor illegalen Müllsammlungen (Foto: Animaflora PicsStock/Shutterstock.com)

In einzelnen Bezirken wird derzeit mithilfe von Flugzetteln oder „Kaufverträgen“ die Bevölkerung aufgefordert, alte Gegenstände zur Abholung bereitzustellen. Mit einer Unterschrift gibt man die Zustimmung, dass der Gegenstand um einen „Kaufpreis“ von null Euro den Müllsammlern überlassen wird. Damit macht man sich aber strafbar, warnen die Umweltverbände.

Schaden: über zehn Millionen Euro

NÖ Umweltverbände-Präsident Anton Kasser: „Durch die illegale Müllsammlung werden Kommunen und Entsorgungsbetrieben rund 160.000 Tonnen an Wertstoffen – vor allem Altmetall – entwendet: ein Schaden von über zehn Millionen Euro. Hinter den illegalen Sammlern stehen große Organisationen, die gesammelte Waren um gutes Geld weiterverkaufen und die übriggebliebenen Geräte und Waren dann auf billigste, und meist umweltschädliche Art entsorgen. Wir arbeiten eng mit der NÖ Landespolizeidirektion zusammen, um dieser Illegalität Einhalt zu gebieten.“

Kühlschränke, Waschmaschinen, Computer und Bohrmaschinen besonders beliebt

Kasser analysiert: „Mit 40% sind die Elektro- und Elektronikaltgeräte die größte Einzel-Produktgruppe, welche die illegalen Sammler entwenden. In Elektroaltgeräten sind zahlreiche Stoffe und Materialien enthalten, die bei einer richtigen Entsorgung recycelt und damit wieder in den Wirtschaftskreislauf zurückgebracht werden können. Deshalb ist es gerade bei diesen Geräten besonders wichtig diese ordnungsgemäß in den 430 NÖ-weiten Sammelzentren zu entsorgen. Es ist Ziel der NÖ Umweltverbände den Umweltgedanke in den Vordergrund zu rücken, denn die fachgerechte Entsorgung und Aufbereitung sind Teile einer bewährten und qualitätsvollen umweltgerechten Lösung mit regionaler Wertschöpfung.“

„Qualitätsstandards werden untergraben“

LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) führt die volkswirtschaftliche Perspektive aus: „Die hohen Qualitätsstandards der österreichischen Abfallwirtschaft werden durch die illegale Sammlung untergraben. Das führt ebenso zu massiven Wertstoffverlusten, weil eben diese wertvollen Materialien nicht recycelt werden können. Dadurch wird auch die derzeitige globale Rohstoffproblematik weiter verschärft.“

Jeder vierte Österreicher betroffen

Laut Studien der österreichischen Abfallwirtschaft hatte bereits jeder vierte Österreicher Kontakt zu illegalen Müllbrigaden. Bereits jeder Achte hat diesen schon zumindest einmal etwas mitgegeben und sich damit seines Abfalls auf illegale Weise entledigt. Die vorgesehenen Strafen treffen aber nicht nur die Sammler selbst, sondern auch jeden Einzelnen, der seinen Müll im Zuge dieser Sammlungen abgibt.

Strafen bis zu über 36.000 Euro

Die Höhe der Strafe variiert dabei je nach Art des Abfalls. Bei nicht gefährlichen Abfällen drohen Strafen bis zu 7.270 Euro, bei gefährlichen sogar bis zu 36.340 Euro. Der Müllexport ohne entsprechende Genehmigung entspricht darüber hinaus einem Straftatbestand nach dem österreichischen Strafgesetzbuch. Kasser und Pernkopf enden: „Die NÖ Umweltverbände arbeiten mit ihren Kooperationspartnern ständig daran, dass alle gesetzlichen Bestimmungen beim Transport und der Behandlung von Abfällen eingehalten werden und es zu keinen ungeregelten Transporten ins Ausland und/oder in Entwicklungsländer kommt. Wir bauen hier auf das bewährte Miteinander der Bevölkerung in NÖ.“


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