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Arbeiterkammer-Bilanz : "Haben 3,21 Millionen Euro für Arbeitnehmer der Region gesichert"

Michaela Aichinger, 04.03.2022 07:59

BEZIRK AMSTETTEN. Die Arbeiterkammer (AK)-Bezirksstelle präsentierte ihre Arbeitsrechtsbilanz 2021.

Die Arbeiterkammer unterstützt bei Kündigungen & Co (Foto: Erwin Wodicka)
Die Arbeiterkammer unterstützt bei Kündigungen & Co (Foto: Erwin Wodicka)

Ein Angestellter einer Tankstelle im Bezirk erhielt nach seiner Kündigung keine korrekte Abrechnung und einige Ansprüche blieben offen. Deshalb wandte er sich an die AK Amstetten. „Sie intervenierte und forderte den Dienstgeber auf, die offenen Ansprüche in Höhe von 3.300 Euro netto zu bezahlen“, so AK-Bezirksstellenleiter Robert Schuster.

„Haltlose Beschuldigungen“

Da jedoch mehrmaliges Urgieren nicht zum Erfolg führte, sondern als Reaktion laut Schuster „haltlose Beschuldigungen gegen den Dienstnehmer“ erhoben wurden, klagte die AK die offenen Ansprüche beim Arbeits- und Sozialgericht St. Pölten ein. „Das Gericht gab unserer Klage Recht und so erhielt der Arbeitnehmer seine offenen Ansprüche schließlich ausbezahlt“, berichtet Schuster über den erfolgreichen Abschluss des Falls. Er ist einer von vielen, die die AK Bezirksstelle im Vorjahr beschäftigt haben.

Über 22.000 Menschen suchten Rat

„Über 22.000 Menschen haben im Vorjahr mit uns Kontakt aufgenommen“, erzählt Schuster. Manchmal sei es nur um rasche Auskünfte zu Kurzarbeit, einvernehmlicher Lösung, Kündigung, Quarantänebestimmungen, Homeoffice oder Freistellung wegen Kinderbetreuung gegangen. In 7.933 Fällen benötigten die Menschen laut Schuster weiterführende Beratung und die Unterstützung der AK-Experten in konkreten Problemfällen.

AK als wichtige Anlaufstelle in der Region

„Das vergangene Jahr hat einmal mehr deutlich gemacht, wie wichtig wir als regionale Anlaufstelle sind“, zieht der Bezirksstellenleiter Bilanz. Die AK-Bezirksstelle in Amstetten habe im Vorjahr 3.205.917 Euro für die Arbeitnehmer der Region gesichert. Im Arbeits- und Sozialrecht habe man 2.576.326 Euro gesichert – davon habe man 1.020.712 Euro in der Insolvenzvertretung eingebracht. Niederösterreichweit habe die Arbeiterkammer laut Schuster 38,4 Millionen Euro erkämpft. Knapp 153.000 Arbeitnehmer hätten die AK-Bezirkststellen in Niederösterreich um Hilfe gebeten.

Wie werden sich die Insolvenzen entwickeln?

Coronabedingt habe es im Bezirk Amstetten 2021 lange Zeit nur wenige Insolvenzen gegeben. „Ende des Jahres hatten wir etwa mit der Seisenbacher GmbH ein paar große, dann ein paar kleinere. Durch die Überbrückungsgelder sind Insolvenzen sicherlich rausgeschoben worden. Wenn wieder alles offen ist und es keine Corona-Förderungen mehr gibt, werden wir sehen, wie sich die einzelnen Betriebe fangen“, so Schuster abschließend.


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