Hohe Rohstoffpreise bereiten Bäckereien Schwierigkeiten

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Norbert St. Mottas Tips Redaktion Norbert St. Mottas, 04.07.2022 09:52 Uhr

NIEDERÖSTERREICH. Der Bäckermeister Klaus Kirchdorfer aus Ulmerfeld ist Innungsmeister der Bäcker Niederösterreichs. Tips-Redakteur Norbert Mottas bat ihn um ein Interview zu den Schwierigkeiten aufgrund der steigenden Energie- und Rohstoffpreise. Kirchdorfers Credo: „Ein Ort ohne Bäcker, wo sich die Leute schon in der Früh treffen und in den duftenden Räumlichkeiten einen Kaffee genießen können, hat schon sehr viel verloren.“

Tips: Mit dem Ukraine-Krieg haben sich viele Rohstoffe verteuert. Wie sehr treffen die verteuerten Preise für Getreide und die Bäcker?

Kirchdorfer: Die erhöhten Mehlpreise treffen uns sehr hart. Die Mehlpreise haben sich ja um 60 Prozent erhöht und ein Ende ist noch nicht in Sicht. Wir Bäcker hoffen, dass der Kunde das versteht und uns die Treue weiterhin hält. Aber jeder muss auf seine Geldbörse schauen. Auch wir Bäcker! Und wenn wir die Erhöhungen nicht weitergeben haben wir auch ein großen Problem. Vielleicht waren die Lebensmittel generell zu billig. Brot und Gebäck hat leider für viele nicht die Wertschätzung das es sich verdient.

Tips: Die Ukraine wurde als Kornkammer Europas bezeichnet. Derzeit kann so gut wie kein Getreide aus der Ukraine exportiert werden. Wie wirkt sich das auf die Versorgungssicherheit der niederösterreichischen Bäckereien aus?

Kirchdorfer: Laut einem Gespräch mit unserem Müller ist dies für uns Handwerksbäcker kein Problem.

Tips: Woher beziehen die niederösterreichischen Bäckereien den Großteil ihre Rohstoffe?

Kirchdorfer: Ich nehme an so wie wir auch, vom nächstgelegenen regionalen Müller

Tips: Auch die Energie wird teurer. Backen erfordert viel Energie. Wie wirken sich die Energiepreise auf die Bäckereien aus?

Kirchdorfer: Nicht nur Backen, sondern auch kühlen benötigt viel Energie! Die extremen Energiepreise sind ein ernstes Problem für uns Bäcker. Für mich ist der extreme Anstieg der Energiepreise eigentlich nicht nachvollziehbar. Auf der einen Seite quetscht man die Stromkunden aus wie eine Zitrone und auf der anderen Seite schreiben die Energiekonzerne noch nie dagewesene Gewinne. Das hat nichts mit dem Ukrainekrieg zu tun.

Tips: Zeigen Kunden Verständnis dafür, dass die Preise für Brot und Gebäck angepasst werden müssen?

Kirchdorfer:Das wird sich zeigen. Ich hoffe es, und wir Bäcker werden alles mögliche tun, damit unsere Kunden uns ihre Treue halten. Die Treue der Kunden sichert unsere Existenz sowie die Existenz unserer Mitarbeiter.

Tips: Ein anderes Problem, das Bäckereien haben, ist der Personalmangel. Wie massiv ist dieses Problem?

Kirchdorfer:Sehr massiv! Viele Kollegen mussten auch schon Filialen vorübergehend wegen Personalmangels schließen.

Tips: Welche Maßnahmen könnten den Beruf Bäcker attraktiver machen?

Kirchdorfer: Der Beruf des Bäckers ist sehr attraktiv! Täglich frisch duftende Backwaren zu erzeugen, die dann kurz darauf von unseren Kunden mit einem lachenden Gesicht gekauft werden, diese Möglichkeit hat nicht jeder. Die Nachtarbeit wird immer als Problem hergenommen, aber zählen Sie mal auf, welche Berufe Nachtdienste haben! Der Bäcker muss kreativ sein, Feingefühl für den Teig zeigen und die Liebe zum Beruf. Es hat sich sehr viel an Technik im Beruf Bäcker getan. Das macht uns das Arbeiten leichter und interessanter.

Tips: Haben Sie Wünsche an den Gesetzgeber?

Kirchdorfer:Konkret wünsche ich mir gerade in dieser sehr schwierigen Zeit wirklich eine tatkräftige Unterstützung in Form von jeglicher Hilfestellung. Denn diese Preissteigerungen, speziel im Energiebeich, sind nicht notwendig und nachvollziehbar. Da gehört eine Deckelung der Energiepreise her. Wir haben ja auch eine über 100-prozentige Preissteigerung bei den Treibstoffkosten und zwischen 30 und 40 Prozent bei unseren Rohstoffpreisen, steigende Lohnkosten, coronabedingte Ausfälle und und und……..

Tips: Was bedeuten Handwerksbäckereien für die Gesellschaft?

Kirchdorfer: Ein Ort ohne Bäcker, wo sich die Leute schon in der Früh treffen und in den duftenden Räumlichkeiten einen Kaffee genießen können, hat eigentlich schon sehr viel verloren.

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