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NEUHOFEN/YBBS. Zum achten Mal fand in Neuhofen an der Ybbs das Diskussionsforum für Jugendliche, die Jugend Enquete Ostarrichi, statt. 84 Schüler und Schülerinnen fanden sich ein, um zum Thema „die Zeit und ihre Zeugen“ mit Gästen zusammen zu treffen, die hochengagiert in der Jugendarbeit tätig sind. Die Kulturvermittlerin Helga Steinacher berichtet.

Anregende Gespräche (Foto: Marco Zehetgruber)
Anregende Gespräche (Foto: Marco Zehetgruber)

Bürgermeisterin Maria Kogler (ÖVP) zeigte sich begeistert vom großen Kreis der Teilnehmer an der Jugend Enquete Ostarrichi und überzeugte sich persönlich von der Qualität der Gesprächsgruppen. Der Museumsverein Ostarrichi mit Obmann Peter Doersieb und die Kulturvermittlerin Helga Steinacher, die das jährliche Jugendevent organisieren, haben das Thema „Zeitzeug:innen“ in die Gegenwart gebracht; denn alle, auch die jungen Menschen, sind Zeugen von all dessen, was gerade stattfindet: ob gesellschaftliche Veränderungen, Krieg, Klimawandel oder andere Herausforderungen.So kamen zahlreiche Schüler und Schülerinnen aus vier höheren bildenden Schulen (HAK Amstetten, BAFEP Amstetten, IT-HTL Ybbs und HAK Ybbs) am vergangenen Mittwoch im Museum und Kulturhof Ostarrichi zusammen, um sich mit Expertinnen und Experten wie dem Sozialarbeiter Fabian Reicher auszutauschen, der große Erfahrung hat im Umgang mit radikalisierten Jugendlichen und hier hilfreiche Tipps zur Prävention gab. Desgleichen Felix Benneckenstein, der bereits zum dritten Mal bei der Jugend Enquete dabei war und über seine persönlichen Erfahrungen der Radikalisierung im Neonazimilieu berichtete und konkret Auskunft gab, wie man aus diesem Umfeld aussteigen kann.

Mit Biobauer Leopold Wieser diskutierten die Jugendlichen die Auswirkungen des Klimawandels auf die Landwirtschaft und die Möglichkeit, was jeder Einzelne tun kann, um die Bauern und Bäuerinnen in der Region zu unterstützen. Spannend und berührend die persönliche Fluchtgeschichte und Integrationserfahrung von Rauf Hussaini, der als Angehöriger der verfolgten ethnischen Minderheit der Hazara, aus Afghanistan geflüchtet ist und 2016 im Containerdorf Mauer untergebracht war. Damals als Siebzehnjähriger war er bereits Gast bei der Jugend Enquete Ostarrichi. Inzwischen integriert, hat er geheiratet, eine Familie gegründet und lebt und arbeitet in Amstetten.

Diesmal mit dabei war auch die Organisation ProjektXChange des Österreichischen Roten Kreuz mit Kathrin Weissinger und Integrationsbotschafter Jihad Al-Khatib, der als Schauspieler über seinen Vornamen ein Einpersonenstück geschrieben hat und sich für Schulen gerne zur Verfügung stellt, um mittels Theater Themen wie Identität, Integration und kulturelle Vielfalt kritisch zu bearbeiten. Man gewann einen spannenden Eindruck von den Herausforderungen der Gegenwart und man muss den geladenen Referenten hohen Respekt zollen für ihr berufliches Engagement, ihr enormes Wissen und für die wertvolle gesellschaftliche Arbeit, die sie verrichten.Es war ein intensiver Vormittag für die Jugendlichen, die sich mit vielen interessanten Fragen immer wieder zu Wort gemeldet haben und mit großer Aufmerksamkeit den Ausführungen der Gäste folgten. Helga Steinacher dankte im Namen des Ostarrichi-Teams den Lehrerinnen und Lehrern Gabriele Pirringer, Otmar Schachl und Matthias Schabasser, die ihren Schüler und Schülerinnen die Teilnahme an der 8. Jugend Enquete Ostarrichi ermöglicht haben.


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