„Wir leben in einem starken Wirtschaftsraum“
BEZIRK. Wirtschaftskammer-Bezirksstellenobmann Gottfried Pilz und Bezirksstellenleiter Andreas Geierlehner sprachen über die wirtschaftliche Lage im Bezirk Amstetten.

„Der Bezirk kann einen sehr guten Branchenmix vorweisen, der uns in vielen Bereichen vor einem großen Übel bewahrt hat und uns weiter bewahren wird“, berichtet Bezirksstellenleiter Andreas Geierlehner. Insgesamt gibt es im Bezirk 9.602 Wirtschaftskammer-Mitglieder. Ein Großteil davon ist im Gewerbe und Handwerk, gefolgt vom Handel, tätig. 64 Prozent aller Mitglieder sind Einpersonenunternehmen.
„Sehr hohe Kaufkraft“
In Sachen Gründungen habe es vor zehn Jahren einen Anstieg gegeben, der jetzt abflache. „Trotzdem haben wir rund 500 Unternehmensneugründungen pro Jahr – eine faszinierende Zahl“, so Geierlehner. Auch in puncto Insolvenzen gebe es derzeit keinen Grund zur Beunruhigung. Da und dort habe es Ausreißer gegeben, aber die Lage sei konstant. „Der Bezirk Amstetten ist ein starker Wirtschaftsraum mit sehr hoher Kaufkraft. Aktuell liegt das verfügbare (Netto-)Einkommen durchschnittlich bei 2.600 Euro. Zudem bleibt alles, was an Kaufkraft da ist, auch in der Region. Die Ausgangsbasis für die Zukunft ist eine gute – die Zahlen und Daten zeigen das“, so Geierlehner.
„Richtige Maßnahmen gesetzt“
Dass sich einzelne Unternehmer trotz guter Wirtschaftslage in schwierigen Situationen befänden, stellt Bezirksstellenobmann Gottfried Pilz außer Frage. Dennoch seien bei einem Wirtschaftswachstum von vier Prozent „die richtigen Maßnahmen gesetzt worden“. Auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten habe sich die Anzahl der Unternehmer erhöht, der private Konsum sei um fünf Prozent gestiegen, die Wirtschaft sei „nicht eingeschlafen“, es sei Zuversicht da.
„Haben das Ohr am Mitglied“
„Mit Stand Dezember 2022 bilden 515 Lehrbetriebe 1.889 Lehrlinge aus. 2.398 Arbeitslose stehen 2.231 offenen Stellen gegenüber. Es gibt derzeit 226 offene Lehrstellen und 45 Lehrstellensuchende“, so Pilz, der auf die Herausforderung des Arbeitskräftemangels und der Sockelarbeitslosigkeit verweist. Zudem sei mehr als die Hälfte der Betriebe von der Teuerung stark betroffen. „Wir haben das Ohr am Mitglied und sind eine echte Servicestelle für unsere Unternehmer“, betont Bezirksstellenleiter Geierlehner.
Themen 2023
Als Themen für 2023 sieht er die Energie- und Rohstoffpreise, die Bewusstseinsbildung für Nahversorgung sowie das Employer-Branding: „Wenn wir zu wenig Arbeitnehmer haben, werden auch die schlechten Chefs weniger“, so Geierlehner. Allgemein müsse man sagen, dass die Lage in der Wirtschaft besser sei, als die Stimmung. „Und man darf nicht vergessen, dass in jeder Krise auch Chancen stecken“, ergänzt Pilz.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden