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NÖ: Frauen- und Mädchenberatungsstellen erhalten um 30 Prozent höhere Förderung

Michaela Aichinger, 04.03.2024 16:32

NÖ. Den Internationalen Frauentag am 8. März nahmen die Landesrätinnen Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP) und Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) sowie Elisabeth Cinatl, Vorsitzende des Netzwerks österreichischer Frauen- und Mädchenberatungsstellen, zum Anlass, um über Gleichberechtigung, Emanzipation und Chancengleichheit zu informieren sowie Initiativen und Aktionen zu präsentieren, mit denen das Land Niederösterreich zur Gleichstellung von Frauen und Männern beitragen möchte.

(V. l.) Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister, Elisabeth Cinatl und Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (Foto: NLK Pfeiffer)

„Jede Gewalttat ist eine zu viel“, so Landesrätin Teschl-Hofmeister, die auch betonte: „Frauen müssen wissen, wohin sie sich wenden können, noch bevor sie Opfer werden. Ihnen mögliche Wege aus Gewaltbeziehungen aufzuzeigen, ist eine wichtige Aufgabe für die Politik und die ganze Gesellschaft.“

Niederösterreich verfüge über ein gut ausgebautes Netz an Initiativen und Institutionen für Frauen, die Unterstützung in schwierigen Lebensphasen suchen würden. Das NÖ Frauentelefon unter 0800 800 810 bietet eine kostenlose Beratung.

In Niederösterreich gibt es zehn Frauenberatungsstellen sowie zehn Außenstellen, sechs Frauenhäuser und das Gewaltschutzzentrum Niederösterreich. „Die Förderung seitens des Landes wird für Frauen- und Mädchenberatungsstellen mit sofortiger Wirkung um 30 Prozent erhöht“, so die zuständige Landesrätin Teschl-Hofmeister.

NÖ: höchster Anteil an Bürgermeisterinnen

Laut dem Europäischen Gleichstellungsinstitut hat Österreich ungefähr zwei Drittel des Weges zur Gleichstellung geschafft. Niederösterreich hat mit 14,5 Prozent beziehungsweise 83 Frauen den höchsten Anteil an Bürgermeisterinnen in Österreich.

Unter den Gemeinderätinnen seien etwa 27 Prozent Frauen, die einen wichtigen Beitrag für die Interessen der Frauen leisten. In der NÖ Landesregierung seien vier von neun Mitgliedern weiblich, Niederösterreich stellt die einzige Landeshauptfrau in Österreich.

Im Landtag sei die Verteilung mit 23 Prozent Frauen unterdurchschnittlich.

„Equal Pay Day“

Eine Ungleichbehandlung existiert bei der Entlohnung von Frauen. „Der ‚Equal Pay Day‘ fiel in Österreich im Jahr 2024 auf den 14. Februar. Dieser Tag soll deutlich machen, bis zu welchem Datum die Frauen gratis gearbeitet haben. In Niederösterreich wurde dieser Tag am 12. Februar begangen. Damit liegt Niederösterreich im Bundesländervergleich auf Platz 2“, so Teschl-Hofmeister.

Die berechnete Einkommensdifferenz liegt österreichweit bei 12,4 Prozent. Der geringere Gehalt beruhe auch auf der Berufswahl. Aus diesem Grund laufen in Niederösterreich seit Jahren Initiativen wie Tech Dating, Girls Day oder HTL 4 Girls, um Mädchen und junge Frauen für technische Berufe und vor allem für besser bezahlte Jobs zu begeistern.

„Mental Load“

In Bezug auf den Begriff „Mental Load“ und die Aufteilung der Arbeit zu Hause meinte Landesrätin Teschl-Hofmeister: „Väter unterbrechen für die Kinderbetreuung seltener und kürzer ihre Erwerbstätigkeit. Nur 2,8 Prozent aller Bezieher von Kinderbetreuungsgeld in Niederösterreich im Jänner 2023 waren Männer.“

Die für Frauen notwendige Unterbrechung würde sich negativ auf die Alterspensionen auswirken. „Frauen leisten zwei Drittel bis über die Hälfte der unbezahlten Arbeit in einem Haushalt“, so Teschl-Hofmeister. In diesem Zusammenhang sind dieses Jahr vier Veranstaltungen geplant, um die Frauen für dieses Thema zu sensibilisieren. Die erste ist in Wolkersdorf am 30. April.

Einkommensunterschiede reduzieren

Landesrätin Königsberger-Ludwig führte aus: „Im Jahr 1911 wurde das erste Mal der Internationale Frauentag begangen, wobei das Wahlrecht für Frauen im Zentrum stand. 1919 ist diese Forderung dann umgesetzt worden.“

Die Schweiz ist dieser Forderung der Frauen erst jahrzehntelang später nachgekommen. Eine Forderung, die immer noch aktuell sei, laute „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ oder „gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit“, so Königsberger-Ludwig.

Ein gutes Einkommen ermögliche Frauen ein selbstbestimmtes Leben. Im Hinblick auf das Recht der Frauen auf ein „gewaltfreies Leben“ meinte Königsberger-Ludwig: „Die Angebote für die betroffenen Frauen sind vielfältig und es gibt in Niederösterreich ein dichtes Netz an Frauenberatungsstellen, an Gewaltschutzzentren und an Frauenhäusern.“ In den nächsten Jahren solle der Einkommensunterschied zwischen Frauen und Männern reduziert werden.

„Mehr Arbeit, weniger Geld und hohes Risiko, von Gewalt betroffen zu sein“

Elisabeth Cinatl, Vorsitzende des Netzwerks österreichischer Frauen- und Mädchenberatungsstellen, meinte: „Das Leben von Frauen ist davon geprägt, dass sie mehr arbeiten, weniger Geld verdienen und ein hohes Risiko haben, von Gewalt betroffen zu sein.“ „Mental Load“ sei eine unsichtbare Sorge-Arbeit, die organisatorisches Familienmanagement und auch das Leisten von emotionaler Arbeit umfasse.


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