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AMSTETTEN. Amstetten wurde für das Projekt „Hauptplatz Amstetten – ein Platz für Menschen“ mit dem europäischen Klimaschutz-Award „Climate Star“ ausgezeichnet.

Die Stadtgemeinde Amstetten freut sich über die Auszeichnung mit dem Climate Star. (Foto: Braun & Nolz Media)

Zum elften Mal wurde der europäische Klimaschutz-Award in Niederösterreich vergeben. Mit dem Climate Star werden die besten Klimaschutz-Projekte aus dem über 2.000 Mitglieder umfassenden Klimabündnis-Netzwerk in 27 Ländern Europas vor den Vorhang geholt. Prämiert wurden heuer bei einer feierlichen Gala in Wiener Neustadt 16 innovative Projekte aus acht Ländern.

Sechs der begehrten Climate Stars gingen nach Österreich. Gleich drei Gemeinden und eine Region in Niederösterreich wurden prämiert.

„Wir warten nicht auf Ergebnisse internationaler Gipfel, sondern zeigen täglich gemeinsam, wie Umwelt- und Klimaschutz ganz praktisch funktioniert. Niederösterreich erzeugt 100 Prozent des gesamten Strombedarfs aus Erneuerbarer Energie und die CO₂-Emissionen sinken bereits seit mehreren Jahren beständig, in den letzten 20 Jahren um fast Minus 40 Prozent“, so Gastgeber LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf.

Größte Schwammstadt

Prämiert wurde Amstetten für das Projekt „Hauptplatz Amstetten – ein Platz für Menschen“. Bei der Neugestaltung des Hauptplatzes steuerten über 10.000 Personen ihre Ideen bei. Beteiligungsformate wie die Stadtsafaris eröffneten dafür barrierefrei und inklusiv neue Perspektiven auf die Stadt. Entstanden ist nicht nur viel Lebensqualität, sondern auch Österreichs aktuell größte Schwammstadt, die mit einem Fassungsvermögen von 370.000 Liter Wasser den Regenwasserkanal entlastet.

100 klimafitte Bäume sorgen für Schatten, ein innovativer Belag nimmt Wasser auf, verbessert die Kühlung und reduziert Lärm. Überdachte und begrünte Radabstellplätze, Sitzgelegenheiten, zwei rollstuhlgeeignete Wasserspender und ein Spielbrunnen fördern die Lebensqualität. Eine Begegnungszone drosselt den Verkehr. Und der neue E-CityBus mit Strom aus dem stadteigenen Wasserkraftwerk erweitert klimafreundlich das Mobilitätsangebot.

Vizebürgermeister Markus Brandstetter übernahm selbst die Rolle des „Reiseleiters“ bei den Stadtsafaris: „Es gibt keine größere Ehre, als gemeinsam mit den Menschen die eigene Heimatstadt zukunftsfit zu gestalten. Was wir heute schaffen, wird die nächste Generation ernten. Es war uns daher ein besonderes Anliegen, alle Bevölkerungsgruppen in den Planungsprozess einzubinden.“

Landtagsabgeordneter Dominic Hörlezeder, ehemaliger Vizebürgermeister und Vertreter der Grünen Amstetten: „Die Auszeichnung mit dem Climate Star ist eine großartige Bestätigung für unseren eingeschlagenen Weg in Sachen Klimaschutz und Stadtentwicklung. Der neue Hauptplatz ist nicht nur ein architektonisches Highlight, sondern vor allem ein Meilenstein für das Mikroklima und die Lebensqualität in unserer Stadt.“

Vorbilder

Ebenfalls ausgezeichnet wurden Brand-Naglberg im Waldviertel für das Projekt „Klimafittes Musikheim“, Wiener Neudorf und die Kreislaufregion Melk-Scheibbs mit dem Projekt „unverpackt Kreislaufpartner“.

„Im Idealfall schreiben die ausgezeichneten Projekte ihre Geschichte weiter, in dem sie andernorts aufgegriffen und weiterentwickelt werden. Viele Klimaschutz-Maßnahmen, die heute weit verbreitet sind, haben ihren Ursprung in Klimabündnis-Gemeinden, die entschlossen und innovativ vorangegangen sind“, so Petra Schön, Geschäftsführerin von Klimabündnis Niederösterreich.


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