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Uraufführung im Brucknerhaus Linz: Der Andorfer Komponist Gunter Waldek feiert die Vollendung seiner Ersten Symphonie

Alexandra Dick, 17.04.2018 15:31

ANDORF/LINZ. Die Leidenschaft für die Musik und das Komponieren hat Gunter Waldek schon früh gepackt. Seine ersten Musikstücke schrieb er bereits im jungen Alter von zehn Jahren. Etwa 200 Werke stammen aus der Feder des in Andorf lebenden Komponisten und Dirigenten, darunter abendfüllende Musiktheaterwerke ebenso wie knapp gehaltene Kammermusik. Mit 65 Jahren feiert er nun die Uraufführung seiner Ersten Symphonie im Linzer Brucknerhaus.

Gunter Waldek beim Arbeiten am Klavier Foto: Manfred Dipolt
Gunter Waldek beim Arbeiten am Klavier Foto: Manfred Dipolt

Tips: Am 20. April wird Ihre Erste Symphonie im Linzer Brucknerhaus uraufgeführt. Diese war eine Auftragsarbeit des Landes OÖ. Wie kam es dazu?

Gunter Waldek: Schon vor einigen Jahren gab es erste Gespräche über eine Symphonie für die Bruckner-Uni. Aktueller Anlass und Auslöser war dann der Anton-Bruckner-Preis, den ich im Herbst 2016 erhalten habe.

Tips: Warum hat Ihre erste Symphonie so lange auf sich warten lassen?

Waldek: Eine große Symphonie braucht sehr viel Erfahrung, aber auch sehr viel Arbeitsenergie. Werke in dieser Größenordnung ohne konkreten Auftrag zu schreiben bedeutet, etwa ein Jahr wahrscheinlich nur „für die Schublade“ zu arbeiten. Denn der Aufwand zur Realisierung einer Symphonie ist sehr groß: groß besetztes Orchester, hoher Probenaufwand. Das kann nur in hochprofessionellem Rahmen umgesetzt werden. Da ist es sinnvoll, passende Gelegenheiten abzuwarten.

Tips: Wie lange haben Sie an Ihrem Werk gearbeitet?

Waldek: Erste Gedanken und Konzeption mit eingerechnet etwa eineinhalb Jahre, am konkreten Notentext seit dem Sommer 2017.

Tips: Wie würden Sie Ihre Erste Symphonie beschreiben und was hat Sie bei der Arbeit inspiriert?

Waldek: Meine „Erste“ verleugnet nicht eine gewisse Nähe zur Tradition der großen romantischen Symphonie, bezieht aber verschiedene andere Aspekte mit ein. Mir war vor allem auch die Bedeutung des Wortes „Symphonie“ im Sinn von „Zusammenklingen“ wichtig: Da gibt es nicht nur das Orchester auf der Bühne, sondern auch zwei Sänger und ein Saxophonquartett, die aus dem Raum heraus agieren.

Tips: Was bedeutet es für Sie, dass diese im Linzer Brucknerhaus uraufgeführt wird?

Waldek: Das Brucknerhaus ist – so wie das Musiktheater – die erste Adresse in unserem Bundesland. Es sind ja bereits einige meiner Werke dort aufgeführt worden, auch in großer Besetzung – aber es ist natürlich jedes Mal eine große Freude, in diesem repräsentativen Rahmen als Komponist in Erscheinung zu treten.

Tips: Ihr Name neben dem des großen Tschaikowsky, Ihre Symphonie zum Leben erweckt vom Symphonieorchester der Bruckner­universität, dirigiert von keinem Geringeren als Dennis Russell Davies – sind Sie damit im Komponisten-Olymp angekommen?

Waldek: Man muss sich als Künstler immer eine gewisse Unruhe bewahren – man kommt nie irgendwo an, der Weg geht immer weiter.

Tips: Wie würden Sie Ihren Stil beschreiben?

Waldek: Musik ist eine besonders intensive Sprache, mit der man zwar keine konkreten Beschreibungen liefern, sehr wohl aber Emotionen und Stimmungen ausdrücken kann – oft besser als mit Worten. Deshalb lege ich in meinen Arbeiten großen Wert auf Klangfarben, Spannungskurven und eine innere Dramaturgie. Gerade der Rahmen einer Symphonie impliziert für mich auch einen gewissen Wertecodex: melodische Linien, harmonische Strukturen, formaler Aufbau und Verarbeitung des Tonmaterials haben hier einen großen Stellenwert – aber das alles natürlich im Rahmen zeitgenössischer Klangsprache des 21. Jahrhunderts.

Tips: Was bedeutet Ihnen die Musik beziehungsweise das Erschaffen neuer Melodien?

Waldek: Mit Musik kann man Menschen im wahrsten Sinn des Wortes Augen und Ohren öffnen – das ist viel mehr als Unterhaltung, Berieselung oder Bespaßung, wozu Musik auch immer herhalten muss. Ich bemühe mich, mit Musik tiefer zu gehen, Gedanken, Assoziationen, Emotionen und Gefühle zu wecken und vielleicht hie und da gar Gänsehaut auszulösen. In dieser Hinsicht unterscheide ich recht wenig zwischen meinen Tätigkeiten als Dirigent oder als Komponist.

Tips: Gibt es ein Werk, das Ihnen besonders viel bedeutet?

Waldek: Generell habe ich starke Bezüge zu Vokalmusik, weil ich in der Verbindung von Text und Musik die Chance sehe, die Stärken der beiden Kunstsparten miteinander zu koppeln und die Zuhörer unmittelbarer anzusprechen. Ein wichtiges Werk war sicherlich meine letzte Kammeroper „Schatten im Dorf“, aber besondere Bedeutung haben immer diejenigen Stücke, die gerade im Entstehen sind.

Symphonieorchesterkonzert

Freitag, 20. April 2018, 19.30 Uhr

Brucknerhaus Linz


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