Zweifacher Oscargewinner wird 40: Die Theatergruppe Andorf feiert das Jubiläum mit Dürrenmatts "Die Physiker"
ANDORF. Mit dem Stück „Die Physiker“ von Friedrich Dürrenmatt läutet die 1977 gegründete Theatergruppe Andorf heuer den ersten Teil ihrer 40-Jahr-Feierlichkeiten ein. Bühnenjubiläum feiern die Andorfer Mimen dann 2018.

Die Liebe zum Theater hat 14 Frauen und Männer (siehe Steckbrief) im Oktober des Jahres 1977 veranlasst, die Theatergruppe Andorf zu gründen und mit ihr die alte Andorfer Theatertradition, die bis ins 18. Jahrhundert zurückreicht, fortzusetzen.
Die Theatergruppe Andorf kann auch ernst
Nach der Gründung standen die Mimen der Theatergruppe 1978 mit der Komödie „Die g“mischte Sauna“ erstmals auf der Bühne. Seither begeistern die Laienschauspieler das Publikum Jahr für Jahr mit neuen Stücken. Wer glaubt, die Andorfer spielen nur lustiges Bauerntheater und Boulevard, der irrt. „Die Stücke sind nicht immer lustig, das Leben ist es auch nicht immer“, erzählt Regisseur und Gründungsmitglied Hans Schachinger.
Keine Tabus
So probieren die Andorfer immer wieder Neues aus und wagen sich an Krimis und klassische Stoffe heran. Neben Eigenproduktionen brachten sie bereits Bühnenklassiker wie „Der zerbrochene Krug“ (Heinrich von Kleist), Der Talisman (Johann Nestroy), Ein Jedermann (Felix Mitterer) oder Andorra (Max Frisch) zur Aufführung.
Von der Bühne auf Andorfs Straßen und zurück
Nicht nur die Stücke selbst, sondern auch die Aufführungsorte waren oft eine Herausforderung für die Schauspieler. Ob im Wirtshaus, in der Werkstatt, im Stadl oder in der Kirche – die Andorfer Theatergruppe hat schon alles ausprobiert. Als Wandertheater hat sie andere Orte und Besucher beehrt. „Manchmal haben wir vor fünf, manchmal vor 40 Besuchern gespielt“, erinnert sich Schachinger ans Straßentheater.
Die Schauspieler der Theatergruppe leben ihre Rolle
Bis ein Stück bühnentauglich ist, bedarf es viel Vorbereitung und Übung. Genauigkeit und intensive Proben zeichnen die Andorfer Theatergruppe aus. Nicht nur der Text muss sitzen, auf der Bühne muss jeder Schritt, jede Handbewegung, jeder Gesichtsausdruck stimmen. „Das Theater fordert dich ganzheitlich. Es ist das beste Gehirntraining“, sagt Schachinger. Die Schauspieler bringen sich aktiv in die Rolle ein, identifizieren sich damit, sie leben die Rolle.
Zweimaliger Oscargewinner
Dass sich der große Aufwand lohnt, zeigt nicht nur der Applaus des begeisterten Publikums, sondern auch die zwei Theateroscars, mit denen der oberösterreichische Landesverband für Schauspiel und Amateurtheater die Leistung der Andorfer 1989 und 1993 gewürdigt hat.Rund 30 Mitglieder, von der Technik bis zur Maske, zählt die Theatergruppe heute.
Die Physiker zum Jubiläumsauftakt
Nach dem „Besuch der alten Dame“ im Jahr 2001 soll es zum Jubiläum wieder ein Stück aus der Feder des Schweizers Friedrich Dürrenmatt sein. Heuer bringen die Andorfer Mimen die schwarze Komödie „Die Physiker“, die seit ihrer Uraufführung 1962 nicht an Aktualität verloren hat, auf die Bühne des Pfarrzentrums. Dieses war übrigens auch der Ort der allerersten Aufführung der Theatergruppe.Erste Ideen für den zweiten Teil der Jubiläums-Auftritte 2018 hat Hans Schachinger auch bereits im Kopf. Vier Einakter sollen es werden, in denen vereint wird, was die Theatergruppe in den letzten 40 Jahren gespielt hat.
Steckbrief
Name: Theatergruppe Andorf
Gegründet: Oktober 1977
Erste Vorstellung: 1978
Gründungsmitglieder: Hans Adlmanninger, Sonja Hirschlehner (Wagner), Herbert Hörschläger, Marlene Karl, Willibald Karl, Maria Oberauer, Hannerl Oberauer (Fessl), Franziska Seidl, Walter Seidl, Hans Schachinger, Josef Schön, Friedrich Stemmer, Karl Wagner jun., Dietlinde Walter (Grünberger)
Termine
Die Physiker von Friedrich Dürrenmatt
Pfarrzentrum Andorf
Samstag, 28. Oktober 2017, 20 Uhr
Sonntag, 29. Oktober 2017, 18 Uhr
Samstag, 4. November 2017, 20 Uhr
Samstag, 11. November 2017, 20 Uhr
Freitag, 3. November 2017, 20 Uhr
Sonntag, 5. November 2017, 18 Uhr
Sonntag, 12. November 2017, 18 Uhr


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