Sepp Schinagl aus Andorf gewinnt zwei Goldmedaillen bei Olympia
ANDORF. Der 80-jährige Andorfer Langläufer Sepp Schinagl errang bei den World Masters Games in Tirol zwei Gold- und eine Silbermedaille.

Die Winter World Masters Games sind das weltweit größte Wintersport-Festival für Ü30-Jährige. Diese, vom Internationalen Olympischen Komitee anerkannte Veranstaltung, richtet sich an erwachsene Sportler aus der ganzen Welt und gilt als die Olympischen Spiele für Amateure. Dabei erhalten Hobbyathleten die Möglichkeit, gemeinsam mit ehemaligen Sportstars an den Start zu gehen. Bei den in Tirol ausgetragenen Bewerben wurden in zwölf Sportarten rund 2.000 Medaillen vergeben.
Drei Medaillen
Mit am Start war, neben unter anderem der Skisprung-Legende Andreas Goldberger, auch der Andorfer Ausnahmesportler Sepp Schinagl, der an den Langlauf-Bewerben in der Klasse Männlich 80, die in Seefeld ausgetragen wurden, teilnahm. Und das sehr erfolgreich, denn der 80-Jährige trat die Heimreise mit insgesamt drei Medaillen an und darf sich nun Olympia-Sieger nennen. „Ich bin sehr stolz auf mich und meine Leistungen. Zwei Goldmedaillen bei den Olympischen Spielen zu gewinnen, ist der Höhepunkt meiner Karriere“, berichtet Schinagl, der bereits zahlreiche Medaillen bei Weltmeisterschaften ergattern konnte. „Ich freue mich immer über jede einzelne Medaille, aber Gold bei Olympia ist etwas ganz Besonderes“, berichtet Schinagl, der über 15 Kilometer Rang zwei belegte und die Bewerbe über fünf und zehn Kilometer für sich entscheiden konnte. Fast hätte der Innviertler auch im Teambewerb eine Medaille gewonnen, aber leider wurde ein Läufer seines Teams disqualifiziert, da er zu jung war. „Ich bin in der Staffel gemeinsam mit Läufern aus Russland in der Kategorie über 60 Jahre an den Start gegangen. Das ist bei den World Masters Games möglich. Als wir bei der Siegerehrung auf unsere Medaille warteten, wurde uns mitgeteilt, dass ein Russe noch nicht das 60. Lebensjahr vollendet hat und daher wurden wir disqualifiziert. Schade“, berichtet der Innviertler, dessen Frau Erika ebenfalls vor Ort war und ihren Ehegatten lautstark unterstützte. „Jetzt sagen alle, dass ich sie in Zukunft immer mitnehmen muss“, meint der Andorfer mit einem Lächeln.
Kaum Schneetraining
Der Weg bis zu den Medaillen war sehr hart. „Ich war bisher insgesamt 27 Mal bei einer Weltmeisterschaft dabei. Kenne Langlaufloipen von Amerika bis Russland und bin viele schwere Rennen gelaufen, aber die Bewerbe hier in Seefeld waren die bisher anspruchsvollsten. Uns Athleten wurde alles abverlangt. Die vielen Steigungen waren sehr schwer zu bewältigen. Dazu mussten wir vier Rennen in sechs Tagen absolvieren“, so Schinagl, der vor den Spielen aufgrund des milden Winters nur zwei Mal auf Schnee trainieren konnte. „Das hat mir nichts ausgemacht. Ich habe fast täglich meine Runden mit den Skirollern im Stadion in Andorf gedreht. Zudem mache ich viel Krafttraining.“
Besuch vom ÖTB ATV Andorf
Nach der Ankunft in Andorf standen bei Schinagl die Gratulanten Schlange. „Es ist schön zu sehen, dass meine Leistungen gewürdigt werden“, so der 80-Jährige. Besonders hat sich der Olympiasieger über den Besuch von einer Abordnung des Turnvereins Andorf, bei dem er über 60 Jahre aktives Mitglied war, gefreut. „Was Sepp in seinem Alter leistet, ist unglaublich“, so Martin Doblinger, Obmann des ÖTB.
Weltmeisterschaft in Italien
Die Chance, seine Medaillensammlung noch weiter auszubauen, hat Schinagl bei der Weltmeisterschaft der Senioren, die im März in Italien über die Bühne geht. „Ich bin bis in die Haarspitzen motiviert und werde alles daran setzen, auch bei der Weltmeisterschaft aufs Treppchen zu laufen“, berichtet Schinagl.


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