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ARBESBACH. Im Zuge des neu erschienen Buches „Die Saat der Befreier“ setzt sich Autorin Ilse Krumpöck ein weiteres Mal mit einem Tabuthema auseinander. Schauplatz der Handlung, das Waldviertler Hochland, dem Mühlviertel und unweit der tschechischen Grenze.

Das Cover des Buches.
  1 / 2   Das Cover des Buches.

60.000 Soldaten der Roten Armee besetzten vor 70 Jahren das Waldviertel, den Bezirk Zwettl sowie den Truppenübungsplatz Döllersheim. Eine Epoche, die für die Frauen vor Ort nicht ohne Folgen bleiben sollte. „Als ich in einer Schulchronik las, dass in einem einzigen Haus in Arbesbach alle weiblichen Bewohner an einem Tag vergewaltigt wurden, reifte in mir der Entschluss, darüber zu schreiben“, schildert Buchautorin Ilse Krumpöck ihre Beweggründe für einen außergewöhnlichen Roman.

Obwohl größtenteils eine fiktive Handlung, sind viele Episoden von wahren Begebenheiten inspiriert. So finden sich auch Orginal-Fotografien aus der Zeit im Buch wieder. „Ich war mir bewusst, dass es auch heute noch, 70 Jahre, nachdem der letzte Russe das Waldviertel verlassen hat, als Schande gilt, das Kind des ehemaligen Feindes zu sein.“ Stigmatisierung wird jedoch vermieden, „der Russe“ ist in ihrem Buch nicht der Böse schlechthin. Abtreibung kam im Waldviertel nicht in Frage, die ungewollte Schwangerschaft galt als göttliche Prüfung. Die Frauen hier standen zwar gezwungenermaßen zur „Saat der Befreier“, aber die Gesellschaft grenzte die Feindeskinder aus.

Ilse Krumpöck, Die Saat der Befreier - Ein Leben als Russenkind im Waldviertel, edition innsalz, Hardcover, 269 Seiten, 18 Euro


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