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ARBESBACH. Vor kurzem fand die mit Spannung erwartete Teampräsentation des Bundesliga-Kaders der Union Volleyball Raiffeisen Waldviertel (URW) in Groß Gerungs statt. Tips hat Obfrau Silvia Atteneder einen Besuch abgestattet. Von Pensionierungsgedanken, Budgetträumen und Hallen statt Wohnzimmern.

  1 / 2   "Die Zukunftsvision und der große Traum wäre schon einmal, ganz vorne mitzuspielen um Platz eins und zwei", meint Obfrau Silvia Atteneder

Bis auf den letzten Platz war der Saal des Herz-Kreislauf-Zentrums bei der Teampräsentation gefüllt – wenn Obfrau Silvia Atteneder etwas organisiert, dann hat alles Hand und Fuß, von der Dekoration bis hin zu den weißen Hemden der Burschen. Eine einheitliche Kleidung ist wohl das Mindeste, schmunzelt sie. Sportlicher Höhepunkt des Abends war die Vorstellung des Kaders durch Obfrau-Stellvertreter Werner Hahn.

Insgesamt durchlief das Team eine Verjüngungskur – vier Neuzugänge galt es zu begrüßen: Zum einen den 22-jährigen Mittelblocker Dawid Siwczyk, der „springt wie kein Zweiter und hat eine Griffhöhe von 3,70 Metern“, wie Manager Werner Hahn stolz meinte. Zum anderen werden zwei Nationalspieler vom UVC Graz das Team bereichern: Diagonalangreifer David Michel (18) und Anton Menner (21). Der Letzte im Bunde ist der 20-jährige Aufspieler Maciej Madej. Die vier werden das fehlende Quartett Bartlomiej Gaj¬dek, Nick West, Jeffrey Schmitz und Goran Isek ersetzen. Damit ist der Kader rund um Trainer Nurko Causevic komplett. (Mehr zur Teampräsentation)

Weg nach oben wird schwer

15 Jahre zählt der jüngste, 35 Jahre der älteste im Team. „Natürlich würden wir gerne um die vorderen Plätze mitspielen, das Vorhaben wird durch die Verjüngung der Mannschaft sicher nicht einfacher“, meint Obfrau Silvia Atteneder. Letztlich sei es immer auch eine finanzielle Frage, der Bundesliga-Erste verfüge über ein Budget, wovon die URW nur träumen kann. „Wir sind doch noch immer im Waldviertel“, so die 67-Jährige, die täglich bis zu fünf Stunden in den Verein investiert und am liebsten einen gut vernetzten Vereinspräsidenten an der Spitze hätte. Wie viel Waldviertel steckt noch im aktuellen AVL-Kader? „Momentan sind zwei Burschen aus unserer Region im Team, dies liegt nicht zuletzt an den hier fehlenden Ausbildungs- und Trainingsmöglichkeiten. Es ist in dieser Klasse grundsätzlich sehr schwierig, geeignete österreichische Spieler zu finden, die Guten gehen ins Ausland“. Dort seien auch die Volleyball-Vorzeigeländer wie Italien, Frankreich oder Polen. Noch gut in Erinnerung ist ihr das Europacupmatch in Serbien: „Das war eine riesen Halle, nicht so schön wie bei uns, aber unglaublich groß. Wie die Burschen dort das erste Mal aufgespielt haben, dachte ich mir, da fangt Volleyball an, dahingegen spielen wir ja in einem Wohnzimmer!“ Nun hat man mit der neuen Heimstätte in Zwettl, die entsprechend den Verbandsvorschriften auf neun Meter Höhe ausgebaut wurde, eine tolle Bleibe gefunden. Und nach 19 Jahren Hallensuche und Verhandlungen mit insgesamt fünf Bürgermeistern ist Silvia Atteneder froh, angekommen zu sein. „Eigentlich habe ich mit dem Gedanken gespielt, mit den kommenden Neuwahlen mein Amt niederzulegen, aber nun habe ich mir ja das mit der Halle in Zwettl angefangen“, grinst die 67-Jährige.

„Wollte andere Perspektive aufzeigen“

Als sie vor 20 Jahren das Amt der Obfrau übernahm, war ein vorrangiges Ziel vor Augen: „Ich wollte die Mädchen aus der regulären Tätigkeit, aus dem „Hausfrauendasein“ ein wenig rauszuholen, der Sport war eine reine Männerdomäne und ich hab mir gedacht: Das ist die Chance für uns Frauen und Madln, das wir jetzt auch sportlich Fuß fassen könnten. Die Damenmannschaft hätte damals auch zweimal die Möglichkeit gehabt, in die Bundesliga aufzusteigen, leider wurden diese nicht ergriffen“, bedauert Silvia Atteneder.

Nichts desto trotz ist die „URW-Familie“ stetig gewachsen, großes Augenmerk wird auch auf den Nachwuchs gelegt. „Von U11 bis U17 sind alle Teams im Verein versammelt, zusätzlich läuft auch heuer wieder das Projekt „Kinder gesund bewegen“, an fünf Schulstandorten - die Kinder saugen das Training mit Mitch auf wie einen Schwamm“, grinst die 67-Jährige. URW-Nachwuchstrainer Michael Peciakowski nahm sich dieser Aktion im Bezirk an und konnte bis dato 600 Kinder spielerisch für Sport und Bewegung begeistern und wer weiß, vielleicht ist hier ja der eine oder andere zukünftige Volleyballprofi dabei.


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