Die dritte Plage hat begonnen: Engerlinge fressen Wiesen kahl
BEZIRK ROHRBACH. Die Landwirtschaft kommt heuer nicht zur Ruhe. Nach Dürre und Borkenkäfer kommt nun die nächste Plage dazu. Maikäfer-Engerlinge fressen die Wiesen kahl – und das, obwohl das Hauptfraßjahr noch gar nicht begonnen hat.

Ausgehend vom westlichen Zipfel rund um Neustift, Pfarrkirchen und Oberkappel sind die Maikäfer heuer in den ganzen Bezirk ausgeschwärmt und haben ihre Eier in die Wiesen gelegt. Da diese aber heuer schon durch die Trockenheit stark geschwächt waren, wirkt sich der Fraß der eigentlich noch recht kleinen Engerlinge schon katastrophal auf die Grasnarbe aus. Dabei wird der Hauptfraß erst für das kommende Jahr erwartet. Die Situation ist für einige Bauern dramatisch, schildert Bezirksbauernkammer-Obmann Georg Ecker: „Viele Bauern sind verzweifelt weil sie nicht mehr wissen, wo sie ihr Futter für die Tiere herbekommen sollen. Vor allem im Biobereich ist das ein großes Problem. Teilweise wird es aus der Steiermark herauftransportiert und die Preise steigen von Tag zu Tag. Im Gegenzug fallen die Rinderpreise momentan stark.“
Stimmung sehr schlecht
Bei jenen Bauern, die sowieso schon mit einem Ausstieg aus der Landwirtschaft spekulieren, gebe die derzeitige Situation den letzten Anstoß, wirklich aufzuhören. „So eine schlechte Stimmung weiß ich noch nie, seit ich Funktionär bin. Deshalb muss es eine gewisse Entschädigung geben – und zwar auch als Anerkennung für den Bauernstand“, ergänzt Ecker.
Hoffnung ruht auf Pilzgerste
Einen Lichtblick sieht der Bauernkammer-Obmann für die Engerlinggeplagten Bauern dennoch am Horizont. Versuche mit einer Pilzgerste, die in den Boden eingebracht wurde, zeigen erste Erfolge: „Wir haben das im Vorjahr erstmals versucht und heuer im Labor kontrollieren lassen. Der Pilz hat sich enorm vermehrt und ist jetzt so stark, dass er die Engerlinge angreift. Mein Nachbar hat es beispielsweise versucht und bisher sind die so bearbeiteten Wiesen noch nicht angegriffen.“ Dies sei mit Kosten von 500 bis 1.000 Euro pro Hektar aber sehr kostenintensiv. Heuer sei es aber noch enorm wichtig, die betroffenen Flächen entsprechend mit einer Kreiselegge zu bearbeiten, damit die Plagegeister aus dem Boden geholt werden. „Die Engerling-Zahl muss jetzt dezimiert werden, denn wenn das nächste Jahr genauso trocken wird wie das heurige und der Hauptfraß noch dazukommt, endet das in einer Katastrophe für unser Grünland“, appelliert Ecker.
Käfer: Pause erhofft
Entspannung erhofft man sich hingegen in den heimischen Wäldern, die vom Borkenkäfer heimgesucht worden sind. Maßgeblich dafür ist ebenfalls die Witterung. Ecker: „Wenn die Temperaturen unter 20, 25 Grad fallen, dann kann sich der Käfer nicht mehr vermehren und die Forstwirte haben mehr Zeit, um das betroffene Holz auszubringen.“ Betroffen ist im Bezirk Rohrbach vor allem der mittlere und südliche Teil.


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