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Mühlviertler Taucher erforschten ein vor 100 Jahre versunkenes Schlachtschiff

Martina Gahleitner, 15.06.2018 07:38

AUBERG/ROHRBACH-BERG. Ein weiteres Wrack auf ihrer Liste können die beiden Taucher Manfred Hess aus Auberg und Thomas Pachner aus Rohrbach-Berg abhaken: Sie waren Teil einer 15-köpfigen Expedition, die zum versunkenen Schlachtschiff der SMS Szent Istvan der k.u.k. Kriegsmarine in Kroatien auf 66 Meter runtertauchen durfte - obwohl dort striktes Tauchverbot besteht.

  1 / 4   100 Jahre nach dem Untergang der Szent Istvan haben Taucher aus Oberösterreich eine Gedenktafel an einem der beiden Ruderblätter angebracht.

Mehrere Anläufe waren notwendig, um eine Ausnahmegenehmigung der kroatischen Regierung zu bekommen. Jetzt hat es fast auf den Tag genau 100 Jahre nach deren Versenkung am 10. Juni 1918 geklappt und Thomas Pachner und Manfred Hess machten sich gemeinsam mit Jürgen Hanftaler aus Haid (alle drei vom Trimix-Tauchen-Austria Team) sowie Tauchern aus Slowenien und Italien auf den Weg in die Tiefe.

Fünf Stunden auf meterhohen Wellen

Nach fünf Stunden Bootsfahrt von Medulin zur Insel Premuda bei widrigsten Wetterbedingungen und meterhohen Wellen, war endlich die Untergangsstelle erreicht. Gleich beim ersten Tauchgang brachten die Oberösterreicher eine Gedenktafel an die gefallenen Seeleute am Schiffswrack an. Ebenso wurde von der Tauchbasis „Shark-Diving“ eine Gedenktafel zum 100-jährigen Jahrestag des Unterganges angebracht.

Gewaltige Dimensionen

„Das Wrack dieses über 160 Meter langen Giganten der Tegetthoff-Klasse liegt kieloben auf 66 Meter Tiefe. Nach dem Abstieg kamen wir zu den gewaltigen Schiffsschrauben der Szent Istvan. Danach tauchten wir weiter auf der Backbordseite ab bis zum Grund der Istvan und konnten die schweren 30 cm Geschütze bestaunen, die unheimlich aus dem Schiff ragen“, erzählt Manfred Hess.

Bei etwas besserem Wetter ging es am nächsten Morgen gleich nochmal zur Szent Istvan. „Diesmal hatten wir mehr Zeit, die mächtigen Kanonen und auch die imposanten Fenster der Kapitänskajüte und die Schiffsschrauben mit den Ruderblättern genauer zu betrachten“, ist der erfahrene Taucher aus Auberg noch immer beeindruckt.

Außergewöhnlicher Tauchgang

Nach Einhaltung sämtlicher Dekompressions-Stopps kehrten alle Taucher wohlbehalten an Bord zurück - mit der Gewissheit, wieder einmal nicht alltägliche Tauchgänge absolviert zu haben. Denn laut Hess beabsichtigt die kroatische Regierung, für längere Zeiten keine Genehmigungen mehr für die Szent Istvan zu erteilen. Erst drei Wochen vor dieser Expedition waren das österreichische Jagdkommando und Beamte der Cobra auf dem versunkenen Schlachtschiff.

Hess, Pachner und Hanftaler haben mittlerweile schon mehr als 50 interessante Schiffswracks weltweit betaucht, weitere werden sicher folgen.


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