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Leserartikel Sonja Plank-Wiesbauer, 19.02.2018 14:19

Die Forschungsgruppe unter der Leitung von Johann Hagenhofer, Werner Sulzgruber und Gert Dressel präsentierte im Jüdischen Museum Wien gemeinsam mit Bürgermeister Hans Rädler und Thermengemeinden Geschäftsführer Wolfgang Fischl, die Ergebnisse der Forschungen zum Thema „Jüdische Geschichte in der Buckligen Welt“.

V.l.: Johann Hagenhofer, Bürgermeister Hans Rädler, Danielle Spera, Gert Dressel, Werner Sulzgruber

26 Gemeinden, in denen es jüdische Bewohner gab, haben mit ehrenamtlichen Heimatforschern, Interviews und Videoaufnahmen mit Zeitzeugen gesammelt, sowie viele Fotos und Dokumente zusammengetragen. Dieses Material bildet künftig die Basis für die erste Ausstellung. Mittlerweile haben die Bauarbeiten begonnen, bis zum März 2019 soll das Projekt fertig gestellt werden.

„interessante Ergebnisse“

Die Ergebnisse der Forschergruppe wurden von Danielle Spera, Leiterin des Jüdischen Museums Wien, und ihrem Team begeistert aufgenommen. Besonders interessant sei, dass erstmals das Leben und Arbeiten von Juden auf dem Lande untersucht worden sei. Bislang seien jüdische Schicksale beinahe ausschließlich im städtischen Bereich erforscht worden.

Die Ergebnisse der Forschungsgruppe aus der Buckligen Welt beleuchten dagegen Lebenswege wirtschaftlich armer Juden, die als Hausierer von Hof zu Hof zogen und ihre Waren anboten. Sie benutzten sogenannte „Judensteige“ um Mautstellen auszuweichen und übernachteten bei „Judenbauern“, die ihnen Quartier und Schlafplätze bereitstellten. Daneben widmeten sich die Heimatforscher auch den niedergelassenen Händlern, wie der Familie Hacker, die in Bad Erlach bis zur Vertreibung einen Weinhandel bewirtschafteten. Auch Quellen zu den wenigen wohlhabenden Familien, die in Bad Erlach und im Wechselland als Fabrikanten tätig waren, wurden ausgewertet.

„Ihr Projekt, die Schicksale der am Lande lebenden Juden zu erforschen, ist wirklich außergewöhnlich und bietet viele interessante Anknüpfungspunkte!“ fasste Danielle Spera die Resultate der Präsentation zusammen. 

Nunmehr werden die Forschungsergebnisse gesichtet und ein Konzept für die erste Ausstellung im Museum für Zeitgeschichte in Bad Erlach erstellt.

Rückblick

Mit dem Ankauf des historischen Hackerhauses gegenüber der Volksschule hatte der Bad Erlacher Gemeinderat die Voraussetzungen für den Umbau zu einem Museum für Zeitgeschichte und die Errichtung eines Kultur- und Veranstaltungszentrums geschaffen. 


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