500 Jahre alte Seeklause Steeg soll vorsichtig modernisiert werden

Hits: 553
Daniela Toth Daniela Toth, Tips Redaktion, 17.06.2019 10:59 Uhr

BAD GOISERN. Seit Beginn des 16. Jahrhunderts reguliert die Seeklause Steeg den Wasserstand am Hallstätter See. Denkmalamt und Gewässerbezirk suchen nach Lösungen, um das 500 Jahre alte technische Denkmal an den aktuellen Bedarf anzupassen.

Die Seeklause Steeg ist ein weltweit einzigartiges technisches Denkmal und Teil des UNESCO-Welterbes „Hallstatt-Dachstein/Salzkammergut Kulturlandschaft“. Seit mehr als 500 Jahren wird damit der Wasserstand des Hallstätter Sees und der Traun unterhalb des Sees geregelt – damals, um flussabwärts die Salzschifffahrt zu ermöglichen.

Notwendige Modernisierung, gewünschte Erhaltung

Aufgrund ihres Alters und der Hochwassersituationen in den letzten Jahren wurde überlegt, ob die Klause noch zeitgemäß ist. Eine Neukonzeption des Hochwasserschutzes wurde ebenso überlegt wie technische Adaptionen. Um das weltweit einzigartige technische Denkmal bestmöglich zu erhalten, initiierte TICCIH Austria, die österreichische Sektion des internationalen Denkmalrates für technische Denkmäler, zunächst eine Grundlagenstudie zur Abflussregulierung durch die Seeklause Steeg.

Gemeinsam mit Experten von Gewässerbezirk Gmunden, Land OÖ und Bundesdenkmalamt wurden nun Maßnahmenlisten herausgefiltert, die sowohl den Anforderungen des Denkmalschutzes als auch des Hochwasserschutzes entsprechen.

Darunter sind eine weitere Eintiefung der bestehenden automatischen Wehrklappe sowie deren Verbreiterung in das linke Vorland. Ebenfalls weiter untersucht wird eine mögliche Automatisierung des Schließvorgangs der historischen Tore der Seeklause mittels eines verdeckt eingebauten Schließmechanismus.

Bei der Auswahl wurde berücksichtigt, dass einerseits nur wirkungsvolle Maßnahmen untersucht werden, und es andererseits zu keiner Verschärfung der Hochwassersituation für die Unterlieger kommen darf.

Machbarkeit wird in den nächsten Monaten überprüft

In den nächsten Monaten werden die ausgewählten Maßnahmen auf ihre Umsetzbarkeit überprüft. Neben einer Analyse des Untergrundes wird unter anderem auch eine Sprengmittelanalyse durchgeführt, da das Gebiet in Kriegstagen bombardiert wurde, wie der Leiter des Gewässerbezirkes, Wilhelm Laimer, erläutert. Die nächsten konkreten Schritte könnten im Herbst erfolgen.

Die nun gesetzten Schritte zeigen, dass es auch möglich ist, sowohl die Seeklause zu erhalten als auch den Anforderungen des Hochwasserschutzes Genüge zu tun, freut sich Günter Dinhobl von TICCIH Austria: „Die Grundlagenstudie zeigt, dass auch mit einem technischen Denkmal zeitgemäße Anforderungen erfüllt werden können.“

Artikel weiterempfehlen:

Kommentar verfassen



Stadt will bei Hotelbau am See mit genauen Vorgaben neu durchstarten

GMUNDEN. Bei einer öffentlichen Sitzung des Gestaltungsbeirates wurde am gestrigen 21. November präsentiert, wie der Bereich der Schiffslände künftig gestaltet werden soll.

Kreative Scharnsteiner Jungforscher ausgezeichnet
 VIDEO

Kreative Scharnsteiner Jungforscher ausgezeichnet

SCHARNSTEIN/GRÜNAU. Mit der kreativen Videodokumentation ihres Mitforsch-Prozess am Forschungsprojekt „Nestcams“ verdiente sich dei 1C der NMS Scharnstein den mit 2.000 Euro dotierten Sonderpreis ...

Pistenzauber und Schneeschuh-Glück

SALZKAMMERGUT. Die Wintersportgebiete im Salzkammergut bieten perfekt gespurte Pistenkilometer und jede Menge Carving-Spaß. Aber auch für „leise Sohlen“ gibts das passende Abenteuer. ...

Der Schuhmacher mit Leidenschaft

BAD GOISERN. Schuhmachermeister Philipp Schwarz aus Bad Goisern am Hallstättersee liebt sein Handwerk und hält in seiner kleinen Werkstatt unterhalb der Marktstraße die Tradition der ...

Großübung Fortuna: Einsatzkräfte des Bezirkes für den Ernstfall gerüstet

EBENSEE. Ein Passagier- und ein Güterzug prallen zusammen. Durch den Aufprall schlugen zwei Waggons des Güterzuges leck. Gefahrstoffe traten aus. Zudem mussten die Einsatzkräfte zahlreiche ...

Winterwandern im Salzkammergut

SALZKAMMERGUT. Im Salzkammergut gibt es viele Wege und Runden, die man zu Fuß in der winterlichen Landschaft erkunden kann. Außer gutem Schuhwerk und warmer Kleidung braucht man für ...

Kulturhauptstadt 2024: Land reserviert drei Millionen Euro

BAD ISCHL/LINZ. Das Land Oberösterreich reserviert als erste Maßnahme drei Millionen Euro im Doppelbudget. 

Barrierefreies Mega-Event in Salinengemeinde

EBENSEE. Am Wochenende wurde in der Karthalle Ebensee das erste „Kart in Oberösterreich für Rollstuhlfahrer“ präsentiert.