Infoabend zur 110 kV-Leitung machte deutlich: Erdkabel ist machbar
BAD LEONFELDEN/BEZIRK ROHRBACH. Bei einem Informationsgespräch mit dem internationalen Experten Heinrich Brakelmann wurde deutlich, dass eine Erdkabel-Variante für die Starkstrom-Versorgung im Mühlviertel technisch möglich und auch die Mehrkosten vertretbar seien.

Hunderte Menschen kamen am Freitag zum Informationsabend der IG Landschaftsschutz Mühlviertel nach Bad Leonfelden, um den Vortrag von Universitätsprofessor Heinrich Brakelmann von der Universität Duisburg-Essen zu hören. Er ist einer der renommiertesten Experten auf dem Gebiet der Erdverkabelung von Stromleitungen in Europa, zeigte Vor- und Nachteile auf und bestärkte die IG Mühlviertel in ihrer Forderung nach einer Erdkabellösung, anstatt der 40 Kilometer 110 kV-Hochspannungsleitung von Rainbach bis Rohrbach.
Pilotprojekt starten
Denn ein Erdkabel sei technisch realisierbar und hätte gegenüber der Freileitung zum Teil Sicherheits- und Effizienzvorteile. Die Errichtungskosten dürften außerhalb der Stadtgebiete in der Regel nicht so teuer kommen wie bisher vom Netzbetreiber dargestellt, insgesamt dürfte das Erdkabel langfristig sogar günstiger sein, als eine Freileitung. „Der Netzbetreiber und das Land OÖ wären deshalb gut beraten, sich mit einer innovativen Erdkabellösung intensiver als bisher auseinanderzusetzen“, resümieren die Veranstalter und schlagen eine „Innovationspartnerschaft 6.0“ vor. Regionale Initiativen, Politiker, Netzbetreiber und Land OÖ hätten laut der IG Landschaftsschutz Mühlviertel die Chance, gemeinsam das Pilotprojekt „Erdkabel 6.0“ umzusetzen. Und zwar als gezielte Investition in die Region mit wissenschaftlicher Begleitforschung.
Auf jeden Fall betonte die IG Landschaftsschutz Mühlviertel die Absicht, auch in Zukunft konstruktiv mit dem Netzbetreiber, den betroffen Gemeinden und dem Land Oberösterreich zusammenarbeiten zu wollen.


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