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BAD WIMSBACH-NEYDHARTING. Die traditionelle Gedenkfeier für die gefallenen Soldaten beider Weltkriege wurde heuer zu einer ganz besonderen Feier. Man gedachte den Opfern des Absturzes des US-Bombers „Leaky Tub“ auf Wimsbacher Gemeindegebiet.

  1 / 5   Knud Englbrecht (7.v.l.) schmiedete aus Gewehrläufen ein Kunstwerk aus Rosen, welches nun den Gedenkstein an der Absturzstelle der „Leaky Tub“ ziert. Gemeindevorstand Norbert Fischer (l.) war der Initiator der Aufarbeitung. Foto: Alfred Haslinger

Die beiden Luftfahrthistoriker Wolfgang Neuwirth und Christian Arzberger arbeiteten gemeinsam mit Kulturausschuss-Obmann Norbert Fischer den Absturz des Flugzeuges am 23. Februar 1944 auf und präsentierten ihre Forschungsergebnisse im Rahmen eines Festaktes.

Besatzung der „Leaky Tub“ starb

Bei dem Absturz starben zehn der elf Besatzungsmitglieder, nur der Fotograf an Bord überlebte. Angehörige der Besatzung reisten extra aus den USA an, um bei der Gedenkfeier dabei zu sein. Sie zeigten sich ob der würdevollen Aufarbeitung und Zeremonie sowie der Gastfreundschaft überwältigt. Die Tochter des überlebenden US-Soldaten betonte in einer sehr ergreifenden Rede, dass ihr Vater immer berichtete, er sei von den Menschen, die ihn gefangen nahmen, gut behandelt worden.

Hochrangig besuchte Gedenkveranstaltung

Hochrangige Militärs aus den USA und Österreich, wie der amerikanische Militärattaché David Knych und Brigadier Gerfried Promberger, waren genauso zur Gedenkfeier gekommen wie Landesrätin Christine Haberlander. Abordnungen des Kameradschaftsbundes und des Schwarzen Kreuzes folgten dem Festzug, ebenfalls die Kameraden der Feuerwehren.

„Immer wieder kam es im Zuge der Recherchen, der Aufarbeitung des Absturzes und des tatsächlichen Gedenkaktes zu emotionalen Berichten der Angehörigen und der Wimsbacher Bevölkerung“, kann Norbert Fischer berichten. Er interssiert sich schon seit seiner Jugend für die Geschehnisse damals und hat den Anstoß für die Aufarbeitung gegeben.

Die Hintergründe

Der schwere US-Bomber „Leaky Tub“ wurde beim ersten Feindflug auf Steyr durch ein deutsches Jagdflugzeug abgeschossen. Bei dem Absturz in der Ortschaft Bergham fanden zehn Besatzungsmitglieder den Tod. Der einzige Überlebende war der Fotograf Alphonso Lanteigne, er starb 1976.

Die Besatzung war zwischen 18 und 23 Jahre alt, die deutsche Flak-Bedienungsmannschaft war zwischen 16 und 19 Jahre alt.

„Je mehr ich in dieses Thema eintauchte, wurde für mich immer sichtbarer, dass sich die Zeitzeugen bis heute fast täglich mit diesem Ereignis auseinandersetzen, weil sie die Bilder nicht mehr aus dem Kopf bekommen. Es war eine Vergeudung und Vernichtung an Jugend, Zukunft, Hoffnungen und Leben“, ist Norbert Fischer tief bewegt von den Geschehnissen 1944 in seiner Heimatgemeinde.


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