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BAD WIMSBACH-NEYDHARTING. Der Geschichtswissenschaftler Thiemo Gaisbauer hat zum Gedenkjahr 2018 (100 Jahre Ende des Ersten Weltkrieges und Republiksgründung) die Schicksale der im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten mit Bezug zu Bad Wimsbach erforscht.

  1 / 3   Der Geschichtswissenschaftler Thiemo Gaisbauer (l.) beleuchtete in einer Forschungsarbeit die Einzelschicksale der Gefallenen seiner Heimatgemeinde. Erstes sichtbares Ergebnis seiner Arbeit: eine neue Gedenktafel. Der Obmann des Schwarzen Kreuzes Andreas Hochmayr (r.) bedankt sich. Foto: T. Gaisbauer

In jahrelanger nebenberuflicher Forschungsarbeit hat er die Einzelschicksale von 77 Soldaten zusammengefasst und die Informationen auf einer Gedenktafel für die breite Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Bei dieser Arbeit haben sich auch interessante Meta-Daten ergeben. Im Rahmen einer sozialhistorischen Studie hat Gaisbauer herausgefunden, dass es keineswegs ein Zufall war, ob man als Soldat im ersten Weltkrieg wieder lebend nach Hause gekommen ist oder nicht. „Die Wahrscheinlichkeit zu überleben hing stark davon ab, wann wo und vor allem wie jemand geboren wurde“, erklärt Gaisbauer. Seine These ist: Der Beruf entschied über Leben und Tod. So landeten Handwerker und Landwirte eher an vorderster Front als Leute mit höherer Bildung. Diese wurde eher in den Schreibstuben eingesetzt.

Einzigartiges Projekt

„Noch nie hat eine Gemeinde das Schicksal der Opfer des Ersten Weltkrieges in vergleichbarer Weise aufgearbeitet“, berichtet der 52-jährige studierte Wirtschaftswissenschaftler und studierte Historiker. Gaisbauer stammt ursprünglich aus Bad Wimsbach-Neydharting, ist heute in Perg zu Hause. Schon seit 30 Jahren beschäftigt sich der hauptberufliche Bankangestellte mit Kriegsfolgeforschung. Er hat auch eine geschichtswissenschaftliche Forschungs- und Schreibwerkstätte gegründet.

Die Forschungsergebnisse seiner Arbeit über Bad Wimsbacher Soldaten wird er nun auch in wissenschaftlichen Journals oder Fachbüchern veröffentlichen.


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