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Pater Maximilian ist der wechselvollen Geschichte von Schloss Zellhof auf der Spur

Mag. Claudia Greindl, 05.06.2019 06:00

BAD ZELL. Eng verbunden sind seit jeher der Markt und das Schloss Zellhof. Pater Maximilian Schiefermüller hat im Auftrag der Gemeinde die Bau- und Besitzgeschichte des Schlosses erhoben. Für Tips gibt der Prior von Stift Admont und gebürtige Bad Zeller schon jetzt Einblick in seine Erkenntnisse, die er am Pfingstmontag, 10. Juni, im Pfarrsaal  präsentieren wird.

  1 / 2   Pater Prior Maximilian Schiefermüller mit den ältesten Pergamentblättern der Stiftsbibliothek Admont, dem „Abrogans“ aus dem Jahr 800 Foto: Schiefermüller

„Die Ursprünge von Schloss Zellhof liegen im Dunkeln. Es hat aber sicher zwischen neuntem und elftem Jahrhundert, als der Nordwald gerodet wurde, hier eine Mönchszelle für durchreisende Priester gegeben“, berichtet Pater Maximilian, der auch Historiker ist. Im frühen 14. Jahrhundert wurde Zellhof urkundlich zum ersten Mal als bäuerliches Anwesen erwähnt, im 15. Jahrhundert erstmals als Adelssitz.

Laufend Besitzerwechsel

„Es gab laufend Besitzerwechsel, ab dem 17. Jahrhundert hat Zellhof dann den Charakter eines schönen Landsitzes bekommen.“ Die Grafen Salburg gaben Zellhof sein barockschlossartiges Aussehen. „Damals ist auch die achteckige Schlosskapelle nach italienischem Vorbild entstanden, die heute leider nur noch als Lagerraum genutzt wird“, weiß Pater Maximilian, der in Sachen Zellhof intensive Archiv- und Literaturrecherchen angestellt hat.

Niedergang ab 1848

Der Niedergang von Zellhof begann mit der Grundentlastung und der Bauernbefreiung im Jahr 1848. Die Kupferdächer wurden im ersten Weltkrieg abgedeckt, damals fielen auch die ersten Mauern. Die Gemeinde kaufte Schloss Zellhof im zweiten Weltkrieg, bis 1952 wurde das alte Gemäuer sukzessive abgerissen. „Den noch bewohnbaren Rest hat man verschenkt, um sich die weitere finanzielle Belastung zu ersparen“, berichtet der Ordensmann aus der wechselvollen Geschichte. „Heute wird der Wohnraum in Zellhof von den Wohnungsbesitzern erhalten, der Rest ist Ruine, weil vermutlich das Verständnis und das Geld für den Erhalt gefehlt haben.“

Denkanstoß geliefert

Seine wissenschaftliche Arbeit sieht Pater Maximilian als Anstoß für einen Denkprozess, wie man in Bad Zell künftig mit Kultur und Denkmalpflege umgeht. „Beides spielt im Ort eine große Rolle und es gibt auch ein großes Geschichtsbewusstsein, wie die „Hexenmacher“ eindrucksvoll bewiesen haben“, sagt er. „In Zellhof sind Fehler gemacht worden, aber man kann daraus auch lernen.“

Präsentationstermin:

Pfingstmontag, 10. Juni 2019

19.30 Uhr / Pfarrsaal Bad Zell


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