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BAD ZELL. Eines der letzten großen Hexentribunale macht das Volksbildungswerk Bad Zell zum Thema: Der Wagenlehner-Prozess, lokalhistorische Begebenheit des Jahres 1730, ist 2018 als Theaterstück zu sehen.

Im dramatischen Stück des pensionierten Richters Wolfgang Aistleitner auf der Bühne zu sehen: Gottfried Fürst, Elisabeth Neulinger, Horst Populorum (v.?l.) Foto: Sebastian Fröhlich

Es ist ein düsteres Kapitel in der Marktgeschichte von Bad Zell: Im November 1730 verurteilte das Landgericht Prandegg in Zellhof Magdalena Grillenberger, Bäuerin am Wagenlehnergut in Aich, zum Tode.

Von der Enkelin ausgeliefert

Man warf der 64-Jährigen vor, mit Hexenkünsten fremde Kühe ausgemolken oder mit dem Teufel getanzt zu haben. Unter Folter gestand die Frau, die von ihrer eigenen Enkelin ans Gericht ausgeliefert worden war, die absurden Vorwürfe. Grillenberger wurde vermutlich beim Schloss Zellhof hingerichtet.

Keineswegs finsteres Mittelalter

Dieses düstere Erlebnis an der Schwelle des Zeitalters der Aufklärung wirft viele Fragen auf. Autor und Regisseur Wolfgang Aistleitner aus Waxenberg, pensionierter Richter und passionierter Schauspieler, suchte in seinem Stück „Die Hexenmacher. Eine Familienausrottung“ Antworten auf Fragen nach der Rolle des Klerus und des Adels sowie nach den tatsächlichen Hexenmachern. Die Idee stammt von der Bad Zeller Autorin Zita Eder.

Historische Quellen

Das Schauspiel versteht sich nicht als historische Abhandlung, beruht jedoch auf Quellen wie Gerichtsakten und Verhörprotokollen. Mehr als 100 Personen wirken an diesem Großprojekt unter der Leitung von Hans Hinterreiter, Martina Fröhlich und Bruno Peböck mit. Premiere hat „Die Hexenmacher“ am 21. September 2018 in Zellhof. Mehr Infos und Kartenvorbestellung: www.diehexenmacher.at


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