Bischofstettner Feuerwehrhalle wird zu einem Transitlager
Bischofstetten. Die Marktgemeinde muss die Mehrzweckhalle der Feuerwehr als Transitflüchtlingslager zur Verfügung stellen. Täglich sollen 300 Flüchtlinge in der 1200-Einwohner-Gemeinde versorgt werden. Noch diese Woche sollen die ersten Flüchtlinge ankommen.

„Wir müssen die Krot im Sinne von Österreich fressen“, erklärte Bürgermeister Reinhard Hager (ÖVP) im Tips-Telefonat etwas zerknirscht. Da sich die Lage in Spielfeld immer mehr zuspitzt, schaut sich das Innenministerium nach Ausweichunterkünften für die Flüchtlinge um. Während Hager bereits zwei Mal ein Transitlager erfolgreich abwehren konnte (zuletzt bei einer Besprechung am Freitag), folgte am Samstag ein Anruf aus dem Innenministerium. „Die Frau Innenministerin war am Freitag am Polizeiball in St. Pölten und hat mitbekommen, dass wir das Transitlager abgelehnt haben. Darauf hat sie mich am Samstag angerufen und den Druck erhöht.“ Nun wird das Transitlager in dieser Woche Realität. Laut Hager wurden bereits am Samstag die Feuerwehrleute, die die Mehrzweckhalle nutzen, über die aktuelle Lage informiert. Die Halle wird seit Dienstag ausgeräumt, am Mittwoch brachte das Rote Kreuz bereits erste Güter. „Wahrscheinlich werden am Mittwochabend die ersten Flüchtlinge aus Spielfeld mit Bussen zu uns gebracht“, meinte der Ortschef. In der Marktgemeinde werden sie dann erstversorgt, können duschen, schlafen und bekommen etwas zu essen. Hager weiter: „Danach werden sie an die deutsche Grenze gebracht.“ Wenn es nach Hagers Wünschen geht, dann besteht das Transitlager bis „maximal Mitte Februar. Danach brauchen wir die Halle wieder für Veranstaltungen.“Am Sonntag war die Thematik bei den Wirtshaus-Stammtischen großes Thema. Der Bürgermeister dazu: „Natürlich gibt es Ängste in der Bevölkerung, aber die Leute verstehen es größtenteils. Das oberste Gebot ist die Sicherheit der Bürger.“


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