Rätselhafte Plastiken: Laboratorien und Wesen aus einer anderen Welt

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Daniela Trinkls Werke zu „Die Pignette“ erscheinen teilweise wie Lebewesen. (Foto: Thomas Gegner)
Daniela Trinkls Werke zu „Die Pignette“ erscheinen teilweise wie Lebewesen. (Foto: Thomas Gegner)
Theresa Senzenberger Theresa Senzenberger, Tips Redaktion, 13.08.2021 07:00 Uhr

BRAUNAU/ATTERSEE. Die gebürtige Braunauerin Daniela Trinkl befasst sich in ihren plastischen Kunstwerken mit Organischem, Technik oder archaischen Themen. Derzeit sind ihre Arbeiten im Gegner Haus in Attersee ausgestellt.

Wissenschaftliche Laboratorien oder Wesen aus einer anderen Welt? Für den Betrachter lassen die Arbeiten von Trinkl vielfältige Interpretationen zu. Und das ist auch so gewollt, erklärt die Künstlerin.

Sie entdeckte ihre Liebe zur Plastik bei einem Kurs mit Ton und ließ sich daraufhin im Kolleg für Objektdesign zur Keramikerin ausbilden. „Mich hat das Arbeiten mit Ton begeistert, weil es ein so sinnliches Material ist.“ Nach einem Kunstgeschichtestudium macht sie jetzt den Masterstudiengang Plastische Konzeptionen und hat ein Atelier in Wien. Die Themen, mit denen sie sich befasst, sind unter anderem Organik, Technik, Archaik oder Archäologie.

Wesen zwischen zwei Welten

Im Gegner Haus zu sehen ist ihre Arbeit „In between“. Dabei hat der Ausstellungsbesucher ein rätselhaftes Objekt vor sich, das fast schon an Science-Fiction erinnert. Aus Porzellan geformt und in Silikon eingegossen, wird es durch LED-Lichter beleuchtet und mutet je nach Blickwinkel wie ein medizinisches Labor, eine Reliquie oder Urne an. Oder ist es doch eine Gebärmutter?

„Rund um das Objekt sind verschiedene Schichten Papier, die wie verschiedene Hautschichten wirken. Es wirkt, als wenn die Objekte in einer Nährlösung wären“, erklärt Trinkl. „Es geht dabei um den Tod und das Leben – und die Frage, ob die beiden Qualitäten gleichzeitig existieren können.“

Offene Interpretation

Die Werke zu „Die Pignette“ bestehen aus Keramik und scheinen ebenfalls Mischwesen zu sein, die an Aliens, Körperteile oder Roboter erinnern. Sie hängen an den Wänden und wirken sowohl organisch als auch technisch. „Die Arbeit entstand im Kopf und die Form ist intuitiv entstanden. Vielleicht ist es unbewusst eine Referenz zu einem medizinischen Charakter“, berichtet die junge Künstlerin. „Wenn man die Objekte zusammensetzt, könnte ein Lebewesen entstehen oder Elemente einer archaischen Sprache.“

Authentizität als Credo

Künstlerische Vorbilder sind die beiden Künstler Kiki Smith und Bruno Gironcoli, die sich beide durch ihre faszinierenden Skulpturen einen Namen machten. Elementar bei Trinkls Arbeit ist aber die Individualität und Authentizität: Sie will unabhängig von Strömungen oder Modernitäten das verfolgen, was ihr wichtig ist. „Ich glaube, dass man dann eine Chance hat, wenn man bei seinen eigenen Interessen bleibt und sich nicht davon abbringen lässt.“

Bei ihren neuesten Arbeiten experimentiert sie mit Bauschaum. „Es sind größere Objekte, mit einer symbolischen und archaischen Formensprache.“

Ausstellung in Attersee

Bis zum 4. September sind die Werke von Daniela Trinkl noch im Gegner Haus in Attersee, Abtsdorf 15, zu sehen. Die Öffnungszeiten sind von Mittwoch bis Samstag, 12 bis 18 Uhr.

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