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BRAUNAU. Alle zwei Jahre organisiert die ARGE Schulpartnerschaft der HTL Braunau eine mehrwöchige Reise nach Nicaragua, die einerseits eine Rundreise durch das Land und andererseits einen längeren Aufenthalt im IPLS León, der Partnerschule der HTL Braunau, beinhaltet. Bereits zum elften Mal fand diese Reise heuer statt - insgesamt 39 Teilnehmer/innen wurde dadurch die Möglichkeit geboten eine für sie in vielen Bereichen neue Welt zu erleben.

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Der Reise vorausgegangenen war eine intensive Vorbereitungsphase. Viele der teilnehmenden Schüler/innen haben den Freigegenstand Spanisch besucht und Grundkenntnisse in Spanisch erworben. In einem Vorbereitungswochenende bekamen die Teilnehmer/innen genauere Kenntnisse sowohl über das Land als auch über unsere Partnerschule in León. Sie setzten sich aber auch mit den großen Unterschieden zwischen den reichen und den armen Ländern auseinander. Vorbereitet wurden in Braunau auch eine Reihe von Projekten, die dann gemeinsam mit den Schüler/innen des IPLS (= Instituto Politecnico La Salle) umgesetzt wurden. Ein Container, den die Schüler/innen im Mai verladen hatten, kam diesmal rechtzeitig an, sodass die geplanten Projekte vollständig realisiert wurden.

Die große Reise begann am 19. Juni mit dem Flug nach Nicaragua – in einigen Etappen und mit längeren Aufenthalten wurde Managua, die Hauptstadt Nicaraguas, erreicht. Von Managua aus wurde dann mit Bus, Schiff und Flugzeug vor allem der Süden Nicaraguas bereist. Die im Nicaraguasee liegende Vulkaninsel Ometepe, die Kakaobauern in Buena Vista, aber auch der interessante Aufenthalt in der Tropen-Forschungsstation Barthola werden den Teilnehmer/innen sicher dauerhaft in Erinnerung bleiben. Die Schönheiten aber auch die Anstrengungen, die mit dem Regenwald verbunden sind, haben bei ihnen großen Eindruck hinterlassen. Erholung nach 14 Tagen Rundreise brachte der Aufenthalt auf Corn Island, einer Insel in der Karibik, bevor es zurück nach Managua und von dort in die Partnerschule nach León ging. „Die Reise war anstrengend, wunderschön und ich würde sie jederzeit wieder mitmachen, trotz hoher konditioneller Anforderung und Bedrohung durch Durchfall-Viren“, so eine teilnehmende Schülerin.

In León waren alle Schüler/innen bei Familien untergebracht und arbeiteten gemeinsam mit ihren nicaraguanischen Kollegen/innen an verschiedenen Projekten. Ein Projektteam war damit beschäftigt, dass sie die PCs, die mit dem Container gekommen waren, entsprechend installierten und aufsetzen. Die Anfertigung von Pyrolyse-Öfen – diese wurden im Rahmen eines Maturaprojekts von Michaela Fuchs geplant und getestet – war die Beschäftigung einer anderen Gruppe. Ein Team beschäftigte sich mit dem Zusammenbau von Tischen und Bänken sowie mit dem Anbringen von Schultafeln, die ebenfalls mit dem Container geliefert wurden. Intensive Tage verbrachten ein Team unter Führung von Bruno Plunger im Nordosten Nicaraguas. Sie beluden den Schulbus der Partnerschule mit 25 Solarpaneele, brachten diese mit Bus und Schiff zu abgelegenen Fischerdörfern der Moskito-Indianer und montierten die Paneele auf deren Häuser. Eine weitere Gruppe war mit der Vorbereitung eines österreichisch-nicaraguanischen Festes beschäftigt, bei dem es als kulinarischen Höhepunkt Spätzle und Kaiserschmarrn gab.

„Unsere Schülerinnen und Schüler sind innerhalb kurzer Zeit zu einer sehr harmonischen Gruppe zusammengewachsen“, berichtet Werner Lengauer, der die Reiseleitung innehatte. „Wir haben die großen Schönheiten Nicaraguas gesehen, die unterschiedlichen Landschaften, die schönen Pflanzen und die exotischen Tiere. Auch die Lebendigkeit hat mich sehr beeindruckt, die Fröhlichkeit und die Offenheit der Menschen hier. Gleichzeitig haben wir aber auch gesehen, welche wirtschaftlichen und sozialen Schwierigkeiten in Nicaragua herrschen und wie schwer es für viele Schülerinnen und Schüler unserer Partnerschule ist, eine gute Ausbildung zu machen und dann später einen entsprechenden Arbeitsplatz zu bekommen“, erzählt ein Teilnehmer. „Viele Menschen in Nicaragua haben sehr wenig zum Leben. Die Häuser und Wohnungen sind sehr einfach, Autos besitzen nur wenige, die Lehrerinnen und Lehrern unserer Partnerschule sind z.B. alle ohne eigenem Auto. Aufgefallen ist mir auch der Respekt, mit denen in der Schule den Lehrerinnen und Lehrern begegnet wird, da gibt es schon Unterschiede zur Situation in Österreich.“

Seit 25. Juli ist die Reisegruppe wieder daheim. Mit Ausnahme einiger größerer Durchfallserkrankungen und zwischenzeitlichem Fieber hat es Gott sei Dank keine gröberen gesundheitlichen Komplikationen gegeben. „Ich weiß jetzt schon, dass diese Reise nach Nicaragua zu den prägenden Erlebnissen meiner HTL-Zeit gehört und ich werde sicher auch einmal meinen Kindern und Enkelkindern davon erzählen“, ist sich ein Schüler bereits jetzt gewiss.


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