Wenn beim Nachbarn das Gras viel grüner wächst
BRAUNAU/SIMBACH. Wie zufrieden sind die Braunauer und Simbacher mit ihren Städten und wie sehen sie jeweils den Nachbarn diesseits und jenseits des Inns? Diese Frage stellte sich der HAK-Schüler Edwin Schneider und präsentierte jetzt die Ergebnisse einer groß angelegten Umfrage.

Die beiden Grenzstädte Braunau und Simbach wachsen immer mehr zusammen. Kein Wunder, scheinen doch die Bewohner viel von ihren jeweiligen Nachbarn drent und herent zu halten. Dies ergab eine Umfrage des HAK Schülers Edwin Schneider. So sind gut 50 Prozent der Braunauer mit ihrer eigenen Stadt allgemein gesehen durchwegs zufrieden, in Hinblick auf Simbach sind die Braunauer aber zu rund zwei Drittel positiv gestimmt. Dasselbe Bild zeigt sich bei der Befragung der Simbacher. Das Gras beim Nachbarn erscheint eben sprichwörtlich immer ein kleines bisschen grüner.
Weniger zufrieden scheinen vor allem junge Menschen mit ihren Heimatstädten zu sein. „Diese haben aber auch teils sehr hohe Ansprüche, die in einer Kleinstadt wie Braunau unrealistisch sind, etwa eine U-Bahn“, erklärte Schneider bei seiner Präsentation am 7. April. Die Ergebnisse der über 1700 ausgefüllten Fragebögen zeigen aber auch, dass 96 Prozent der Braunauer mit dem Bildungsangebot sehr zufrieden sind. In Simbach zeigten sich 71 Prozent der Befragten mit dem dortigen Bildungsangebot zufrieden.
Unzufrieden mit Nachtleben
In Hinblick auf das Nachtleben in den beiden Städten zeigt sich ein umgekehrtes Bild. Während in Simbach schon 58 Prozent unzufrieden mit den abendlichen Unterhaltungsmöglichkeiten sind, so setzen die Braunauer mit 77 Prozent noch eines drauf. Zudem zeigt sich eine Besonderheit: Während die Befragten vom Lokschuppen durchaus positiv sprechen und diesen als einschlägiges Projekt sehen, das Simbach nachhaltig verändert hat, so wünschen sich bei genauerer Nachfrage sehr viele unter 30-Jährige eine Verbesserung bei Diskotheken und Bars. Die älteren Befragten hingegen wünschen sich mehr Gasthäuser und Restaurants.
Ballwesen kritisiert
Mit dem Kulturangebot in den beiden Städten zeigten sich fast zwei Drittel aller Befragten zufrieden. Zu den Verbesserungswünschen zählte vor allem das Kino. „Dies sollte sich aber jetzt nach der Neuübernahme des Braunauer Kinos geändert haben“, vermutet Schneider. Ein weiterer großer Kritikpunkt waren zudem die Bälle. Die Befragten kritisierten, dass diese immer weniger werden und die meisten Schulbälle bereits im Lokschuppen stattfinden. Die Individualität bleibe da auf der Strecke, wie Schneider erklärte.
Fazit
Mit seiner Umfrage führte Schneider ein 2014 gestartetes Maturaprojekt weiter, bei dem rund 400 Personen befragt wurden. Der Schüler der Abend-HAK passte im letzten Jahr die Umfrage an und befragte unter dem Titel „Ein Lebenswertes Braunau-Simbach“ 800 weitere Personen. „Ich bin froh, mich für dieses Projekt entschieden zu haben“, erklärt Schneider, „oft musste ich aber mit Entsetzen feststellen, wie wenig Gedanken sich viele der Befragten bisher über ihren Heimatort gemacht haben. Dabei bieten die Städte sehr viele Möglichkeiten, die man wertschätzen sollte.“ Die gesamten Statistiken sollen demnächst auf der Gemeindehomepage einsehbar sein.<


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