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Rückgang der Flüchtlingswelle sorgt für freie Quartiersplätze im Bezirk

Sabrina Reiter, 07.09.2016 05:52

BRAUNAU/OÖ. Ein Jahr nach dem bisherigen Höhepunkt der Fluchtbewegung zieht Landesrat Rudi Anschober Bilanz. Tips warf auch einen genaueren Blick auf die aktuelle Flüchtlingssituation im Bezirk.

Rund 600 Flüchtlinge warten derzeit im Bezirk Braunau auf ihren Asylbescheid. Foto: Wodicka
Rund 600 Flüchtlinge warten derzeit im Bezirk Braunau auf ihren Asylbescheid. Foto: Wodicka

Krisenmeldungen über ein überfülltes Erstaufnahmezentrum Traiskirchen, volle Transitquartiere und Notschlafstellen und viel zu wenige Quartiersplätze in Ländern und Gemeinden beherrschten bis vor wenigen Monaten die mediale Berichterstattung. Mittlerweile hat sich die Situation entspannt, es kommen immer weniger Flüchtlinge nach Österreich. Heute ist auch die Herausforderung der Quartiersuche gelöst, verkündet Landesrat Rudi Anschober in einer Aussendung. Insgesamt 13.677 Menschen auf der Flucht sind in der Grundversorgung von Land und Bund in Oberösterreich derzeit untergebracht. Es sind sogar 875 Plätze frei. Diese sollen als Reserve dienen, sollten die Asylanträge abermals plötzlich ansteigen. Zudem seien die Auswirkungen des „Kahlschlags“ bei der Mindestsicherung für Asylberechtigte in Oberösterreich noch unbekannt. Seit Juni dürfen Flüchtlinge nach einem positiven Asylbescheid daher zwölf statt bisher vier Monate in der Grundversorgung bleiben. Auch die Zahl der Transitflüchtlinge hat sich seit der Schließung der Balkan-Route massiv reduziert. Hier war im letzten Jahr auch Braunau stark betroffen. Am neuen Grenzübergang zu Simbach wurde ein Transitzelt errichtet, seit März ist der Betrieb jedoch eingestellt.

Freie Quartiersplätze

Von den Flüchtlingen, die in Österreich einen Asylantrag stellen, werden aktuell rund 630 im Bezirk Braunau betreut. Diese sind in Quartieren in 15 Gemeinden des Bezirks untergebracht, die entweder vom Roten Kreuz, der Volkshilfe oder der Diakonie betrieben werden. Mitarbeiter der Volkshilfe sind zudem in einigen privat geführten Quartieren tätig. Auch im Bezirk gibt es teilweise noch freie Plätze. Das erst kürzlich eröffnete Asylquartier in St. Pantaleon etwa bietet Platz für 37 Personen, davon sind 13 Plätze belegt.

Jetzt ist vor allem Integrationsarbeit gefragt

Nach der erfolgreichen Unterbringung aller Flüchtlinge geht es vor allem darum, diese in den Gemeinden zu integrieren. Dazu wurden vom Land Oberösterreich in jedem Bezirk sogenannte Kompetenzzentren für Integration und Diversität (ReKIs) initiiert (Tips berichtete in der letzten Ausgabe). Anfang August fand zudem in der Bezirkshauptmannschaft Braunau ein „Werte und Orientierungskurs“ für 20 anerkannte Flüchtlinge statt, die den Kurs mit großem Interesse verfolgten. „Ich habe wieder einmal festgestellt, dass es der größte Wunsch dieser Menschen ist, schnellstmöglich Arbeit und eine Wohnung zu finden, um auf eigenen Beinen stehen zu können“, berichtet Eva Gaisbauer, Leiterin der Sicherheitsabteilung der Bezirkshauptmannschaft Braunau.

Wichtig sei es laut Gaisbauer jetzt, dass die in der Grundversorgung befindlichen Menschen so schnell als möglich eine Entscheidung des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl darüber bekommen, ob ihnen Asyl gewährt wird und sie somit in Österreich bleiben können. Die Ungewissheit über die Zukunft und das „Nichts tun dürfen“ sei für viele das Schlimmste. Zum Glück seien jedoch jene Gemeinden, die Flüchtlingsquartiere haben sowie viele Gemeindebürger sehr bemüht, Flüchtlinge in Deutschkursen zu unterrichten und sie gemeinnützig zu beschäftigen, betont Gaisbauer.


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