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BRAUNAU. Umweltinteressierte und Fachleute aus Wissenschaft und Industrie versammelten sich zur Tagung des Vereins für Ökologie und Umweltforschung. Im Zentrum stand unter anderem das Europaschutzgebiet „Unterer Inn“.

Bei der Tagung „Lebensräume aus zweiter Hand" (v.l.): Theodor Strobl, Josef Reichholf, Robert Kobau, Alexander Gratzer, Helmut Kroiß, Florian Billinger. Foto: Andreas Kuchler

„Lebensraum aus zweiter Hand“ lautete das Thema der diesjährigen Tagung des Vereins für Ökologie und Umweltforschung. Tagungsort war somit der Inn, denn das Gebiet „Unterer Inn“ ist ein gutes Beispiel für das Auflösen der Spannungsfelder im Dialog zwischen Energie und Umwelt. Im 19. Jahrhundert wurde der Inn begradigt und der einstige Wildfluss in einen schmalen Kanal umgebaut. Dadurch ging die ursprüngliche Wasserwildnis verloren. „Erst nach dem Bau der vier Staustufen zur Stromgewinnung aus Wasserkraft entstanden wieder wertvolle Inseln und Anlandungen“, erklärt Josef Reichholf von der Technischen Universität München. Die Gestaltung des Unteren Inns wird aus ökologischer Sicht als sehr vorbildlich eingestuft. „Allein in Bezug auf die Wasservögel zählt das Naturschutzgebiet Unterer Inn zu den bedeutendsten Feuchtgebieten Österreichs“, sagt Reichholf. Doch nicht nur die Vögel fühlen sich an den Ufern des Inns wohl, sondern auch der Fischotter ist wieder heimisch. Mehrere Referenten rückten bei der Tagung ein gemeinsames Ziel in den Mittelpunkt: Einige Teilgebiete des Inns müssen noch natürlicher gestaltet werden. Vor allem in den Bereichen der Dämme sind Pflegemaßnahmen notwendig. Durch das sachgerechte Mähen und Entbuschen können wichtige Lebensräume für Schmetterlinge, Wildbienen und Kriechtiere wieder aufblühen.


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