HTL und Berufsschule Braunau sind Spitzenschulen
BRAUNAU/OÖ. Braunau ist ein Bezirks der Spitzenschulen. Das zeigte sich am 18. Dezember bei der Siegerehrung der Spitenschule 2017. Mit insgesamt drei Podestplätzen in zwei Kategorien gingen die HTL Braunau und die Berufsschule Braunau als Gewinner des Abends hervor.

Gemeinsam mit dem Bildungsland OÖ und der Sparkasse OÖ suchte Tips die engagiertesten Schulen des Landes. Bei der großen Siegerehrung am 18. Dezember wurden nun die insgesamt neun Gewinner in drei Kategorien ausgezeichnet. Über 52.000 Stimmen wurden in den letzten Wochen für die insgesamt 48 eingereichten Projekte abgegeben.
Platz eins für HTL Braunau
Ganze 5279 Stimmen gingen dabei an die HTL Braunau in der Kategorie „Bewegung in der Schule“. Das Projekt „Frauen in die Technik“ holte damit den ersten Platz und einen Preisscheck in der Höhe von 1000 Euro. Seit gut 20 Jahren werden in der HTL Braunau Mädchen ermutigt, eine technische Ausbildung zu ergreifen. Waren 1996 insgesamt 16 Schülerinnen in der HTL, so sind es 2017 bereits 176. Bald sollen es 200 sein und daran arbeiet die Schule mit der Aktion „Frauen in die Technik“. Insgesamt 57 Schülerinnen sind dabei als Öffentlichkeitsarbeiterinnen aktiv und beraten Mädchen bei Bildungsmessen, führen sie an Schnuppertagen durch die HTL, zeigen ihnen am Tag der offenen Tür die wichtigsten Projekte und sind immer gerne bereit, von ihren Erfahrungen mit der HTL Ausbildung zu berichten. Damit die Einstiegshürde verringert wird, veranstaltet die HTL zudem jedes Jahr die Mädchen Technik Tage. Mehr als 100 Schülerinnen der dritten und vierten Klasse der Neuen Mittelschulen und Allgemein Höheren Schulen werden erwartet. „Ich weiß aus eigener Erfahrung, aber auch durch meine wissenschaftliche Beschäftigung mit diesem Thema, dass Frauen im MINT-Bereich einerseits sehr zufrieden mit ihren Jobs sind, andererseits aber manche Unterstützung beim Einstieg brauchen. Mit den Aktionen im Rahmen von Frauen in die Technik unterstützen wir Mädchen sehr gut bei ihrem Einstieg in die Technik“, ist sich Abteilungsvorständin Gerda Schneeberger sicher. Sie selbst hat technische Chemie studiert und ist nun eine der wenigen Frauen in der Schulleitung einer HTL.
Orientierungshilfe für Blinde
Einen weiteren Erfolg erzielte die HTL Braunau in der Kategorie „Soziales“. Das „Projekt „ReVision – Ortientiertungshilfe für Blinde“ landete mit insgesamt 5609 Stimmen auf dem zweiten Platz hinter der neuen Mittelschule Steyr. Die Schüler Marlene Feuchtinger und Niklas Brandacher entwickelten einen intelligenten Gürtel, it dem sie Blinden das sogenannte Raumsehen ermögichen und dadurch die Situation für stark sehbehinderte und blinde Menschen verbessern wollen. Bislang waren ein Blindenstock oder auch ein Blindenhund üblich.
In dem Gürtel der HTL Schüler befinden sich Senoren, die interaktiv miteinander kommunizieren können. Sobald sich die Person, die den Gürtel trägt, bewegt, erkennen die Sensoren Objekte in der Nähe und machen durch eine Vibration im Hüftbereich auf die Gefahr aufmerksam.
Mit Hilfe intelligenter Software steigert sich die Intensität der Vibration, je näher die Person dem Objekt kommt. Zusätzlich vibriert dert Gürtel immer exakt an der Stelle, in deren Richtung sich die Gefahrenquelle befindet. Durch das Tragen dieses Gürtels über einen längeren Zeitraum ist es Blinden laut den Schülern möglich, das Raumsehen zu erlernen. Anfangs beanspruche es noch eine Menge Konzentration zu erkennen, an welcher Stelle der Gürtel vibriert hat. Doch nach rund sechs Wochen funktioniere dies durch einen neu entwickelten Sinn automatisch.
Flüchtingspolitik
Platz drei in der Kategorie „Soziales“ ging mit 4492 Stimmen an die Berufsschule Braunau. Beim Projekt „FlüPo – Flüchtlingspolitik im Bezirk Braunau“ beschäftigten sich die Schüler und Lehrer das ganze Jahr über mit dem Thema. Das Projekt wird vorrangig in den Gegenständen „Politische Bildung“, „Deutsch und Kommunikation“ sowie „Werbetechnisches Praktikum“ ausgearbeitet und es gibt in allen Gegenständen fächerübergreifende Aktivitäten und Kleinprojekte. Die ersten Arbeiten wurden bereits getätigt. Etwa der Entwurf eines Logos.
Grundsätzlich unterteilt sich das Projekt in vier Themenfelder: Ausarbeitung von theoretischen Fragen, etwa aus welchen Ländern Menschen fliehen und was die Fluchtursachen sind, der Kontakt zu Flüchtlingen, schulübergreifende Projekte und der Kontakt zu örtlichen Entscheidungsträgern wie dem Bürgermeister.


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