Waldbrandbekämpfung aus der Luft: Feuerwehren trainierten in Ranshofen
RANSHOFEN. Wenn Wald und Wiesen in Flammen stehen, zählt jede Minute. In Ranshofen trainierten 53 Einsatzkräfte des Bezirkes Braunau bei einer Übung daher erstmals unter realen Bedingungen die Waldbrandbekämpfung mit Hubschrauberunterstützung.

Für die Übung stand ein Hubschrauber der Flugpolizei zur Verfügung. Trainiert wurde in einem weitläufigen Schotterabbaugebiet in Ranshofen. Mit dabei waren 41 Feuerwehrmitglieder aus allen 16 Feuerwehren der Waldbrandbereitschaft, sechs Mitglieder des Waldbrand-Kommandos sowie sechs speziell ausgebildete Flughelfer.
Vorbereitung auf schwierigere Einsätze
Längere Trockenperioden, hohe Temperaturen und ausgetrocknete Böden erhöhen auch in Oberösterreich das Risiko größerer Wald- und Vegetationsbrände. Das Bezirks-Feuerwehrkommando Braunau setzt deshalb auf frühzeitige und praxisnahe Ausbildung.
Bereits 2021 wurden drei Einsatzzüge für die Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung aufgebaut. Sie bestehen aus 16 Feuerwehren mit 22 Einsatzfahrzeugen. Große Teile davon bilden mittlerweile auch den Waldbrandzug „Innviertel“ für überörtliche Einsätze.
Dabei gewinnt die Zusammenarbeit mit Hubschraubern an Bedeutung. Sie können Löschwasser und Material in schwer zugängliche Gebiete transportieren oder Wasser gezielt aus der Luft abwerfen. Für die Kräfte am Boden stellen jedoch Lärm, starker Rotorwind und eingeschränkte Kommunikation besondere Herausforderungen dar.
Drei Stationen, viel Praxis
Die Teilnehmer absolvierten bei der Übung drei Ausbildungsstationen. Am Absprungplatz standen geeignete Landeplätze, das oberösterreichische Farb-Markiersystem und Geräte für den Lufttransport im Mittelpunkt.
Danach trainierten die Einsatzkräfte das sichere Annähern an den Hubschrauber und das Befüllen eines Löschwasserbehälters. Im Gelände wurden das Annehmen, Aufsetzen und Entleeren des Behälters geübt.
Jeder Teilnehmer sollte einen Löschwasserbehälter zumindest einmal selbst befüllen und übernehmen. Zusätzlich standen Wasserabwürfe ins Gelände sowie der Transport von Geräten auf dem Programm.
Vor Beginn des Flugbetriebes erhielten alle Teilnehmer eine Sicherheitsunterweisung durch die Flughelfer, anschließend folgte ein gemeinsames Briefing mit dem Piloten.
Realistische Bedingungen
Gerade Lärm, Rotorwind und die Dynamik eines unmittelbar über den Einsatzkräften arbeitenden Hubschraubers machten den Wert der Übung aus. Die Feuerwehrmitglieder konnten so nicht nur die Abläufe trainieren, sondern auch praktische Erfahrung für einen möglichen Ernstfall sammeln.
Sechs Monate Vorbereitung
Rund sechs Monate Vorbereitungsarbeit waren für die Übung notwendig. Verantwortlich waren Martin Feichtinger von der Freiwilligen Feuerwehr Ranshofen und Abschnitts-Feuerwehrkommandant Johann Treiblmaier.
Neben der Feuerwehr-Einsatzleitung wurde vor Ort eine eigene fliegerische Einsatzleitung eingerichtet. Eine weitere Feuerwehreinheit sicherte den Hubschrauberlandeplatz ab.
Im Vorfeld waren Abstimmungen mit der Landeswarnzentrale, dem Bundesministerium für Inneres, der Bezirkshauptmannschaft Braunau und den Grundeigentümern nötig. Auch Verkehrsmaßnahmen auf der L501 mussten vorbereitet werden.
Wissen für den ganzen Bezirk
Die 41 teilnehmenden Feuerwehrmitglieder sollen das erworbene Wissen nun in ihre Feuerwehren weitertragen. Damit will das Bezirks-Feuerwehrkommando die Ausbildung zur Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung im gesamten Bezirk verbreitern.








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