Hightech in Kuhställen im Bezirk Braunau
BEZIRK BRAUNAU/RIED/OÖ. Die Milch- und Rinderwirtschaft zählt zu den tragenden Säulen der oberösterreichischen Landwirtschaft. Immer mehr Betriebe setzen dabei auf moderne Technik: In Oberösterreich nutzen mittlerweile 1.000 der vom Landesverband für Leistungsprüfung und Qualitätssicherung in OÖ (LfL) betreuten Milchviehbetriebe Melkroboter. Auch im Bezirk Braunau ist dieser Trend deutlich erkennbar.

Moderne Technik hält zunehmend Einzug in die heimische Landwirtschaft. Auch in der Milchviehhaltung setzen immer mehr Bauern auf Automatisierung, um die tägliche Arbeit zu erleichtern. Im Bezirk Braunau gibt es 590 Milchviehbetriebe mit insgesamt etwa 21.900 Milchkühen. Rund 114 dieser Betriebe, die unter Leistungskontrolle des LfL stehen, nutzen bereits einen Melkroboter. Laut Felix Seyfried, Leiter der Beratungsstelle Rinderhaltung ander Landwirtschaftskammer OÖ, sei im Bezirk Braunau ein deutlicher Trend in Richtung Automatisierung zu erkennen.
In Oberösterreich wurde nun ein Meilenstein erreicht: Der mittlerweile 1.000. Melkroboter bei den vom LfL betreuten Milchviehbetrieben. Insgesamt werden im gesamten Bundesland 56.380 Kühe robotergestützt gemolken. Das entspricht rund 43 Prozent der Kühe, die von der Milchleistungsprüfung erfasst werden. Ein Beispiel für diese Entwicklung ist der Biohof von Susanne und Werner Aistleithner in Weitersfelden im Bezirk Freistadt. Dort wurde der 1.000. Melkroboter in Betrieb genommen.
Mehr Flexibilität im Stall
Der Einsatz eines Melkroboters bringt für die Landwirte vor allem mehr Flexibilität bei den Melkzeiten. Die Kühe können innerhalb des betrieblichen Managements selbstständig zum Melken gehen. Das kann zu einem entspannteren Ablauf im Stall beitragen. Gleichzeitig verändert sich die Arbeit der Bauern: Statt des manuellen Melkens rücken administrative Arbeiten wie die Überwachung der Anlage und das Herdenmanagement stärker in den Vordergrund.
Der große Vorteil des automatischen Melksystems: „Der Landwirt bekommt durch den Melkroboter mehr Daten zur Verfügung und hat die Milchkuhherde besser im Blick. Änderungen bei der Gesundheit der Kühe sind schneller ersichtlich und der Landwirt kann schneller reagieren“, erklärt Seyfried. Neben dem Melken wird auch die Fütterung zunehmend automatisiert.
Hohe Anschaffungskosten
Der Umstieg auf ein automatisches Melksystem ist allerdings eine große Investition. Rund 200.000 Euro kostet eine Anlage. Dazu kommen Anforderungen an Wartung und Betreuung. Bei einer technischen Störung muss der Landwirt rasch reagieren – mitunter auch in der Nacht. Zudem erfordert der Einsatz eines Melkroboters, dass sich die Betriebsführer intensiver mit Technik und Digitalisierung beschäftigen.
Ein automatisches Melksystem erkennt die Kuh mithilfe von Sensoren, reinigt die Zitzen, setzt die Melkbecher an und überwacht den Melkvorgang. Damit die Anlage zuverlässig funktioniert, muss sie regelmäßig kontrolliert, gereinigt und gewartet werden. Auch die Tiergesundheit bleibt entscheidend: Eine gute Fütterung, gesunde Euter und eine hohe Milchqualität sind wichtige Voraussetzungen für einen erfolgreichen Betrieb. Die Beratungsstelle Rinderhaltung der Landwirtschaftskammer OÖ unterstützt Bauern bei der Planung und Installation sowie bei Problemen im laufenden Betrieb.
Tierwohl bleibt wichtig
Unabhängig von der eingesetzten Melktechnik haben Milchviehbetriebe in den vergangenen Jahren auch zunehmend in das Wohlbefinden ihrer Tiere investiert. Dazu zählen etwa Kuhbürsten, größere Auslaufmöglichkeiten und zusätzliche Ventilatoren. Diese Maßnahmen können den Komfort im Stall verbessern und ergänzen den Einsatz moderner Technik.
Milchlabor im Innviertel
Oberösterreich ist mit rund 550.000 Rindern und knapp 30 Prozent des österreichweiten Bestands das rinderstärkste Bundesland. Rund 164.000 Milchkühe werden hier gehalten. Jährlich liefern die Betriebe etwa 1,2 Millionen Tonnen Milch an Molkereien – knapp ein Drittel der österreichischen Milchproduktion. Ein wichtiger Bestandteil der Qualitätssicherung in der oberösterreichischen Milchwirtschaft ist das Milchlabor in Ried im Innkreis.
Seit Anfang 2021 sind dort die Analytik für Molkereien und die Milchleistungsprüfung an einem Standort konzentriert. Hier werden die entnommenen Milchproben untersucht und wichtige Grundlagen für die Qualitätssicherung sowie die betriebliche Auswertung geschaffen. Die Bündelung der Untersuchungen ermöglicht standardisierte Abläufe und eine enge Verbindung zwischen Milchproduktion, Leistungsprüfung und Qualitätskontrolle.








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