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BRAUNAU. Vor 40 Jahren gründeten engagierte Entwicklungshelfer den Verein Initiative Eine Welt Braunau und eröffneten den ersten Weltladen Österreichs. Gefeiert wird das Jubiläum mit Live-Musik und einem Filmabend.

Foto: Black Messenger Afro Team
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Im Jahr 1978 investierte eine Gruppe um ehemalige Entwicklungshelfer die Einnahmen aus dem Verkauf von fair gehandeltem Kaffee und ihre privaten Ersparnisse in einen kleinen Laden in der Lederergasse. Sie gründeten den Verein Initiative Eine Welt und eröffneten zugleich den ersten Weltladen Österreichs.

Anfangs belächelt

Eines der Gründungsmitglieder ist der Braunauer Bruno Plunger, der damals Entwicklungsarbeit in Neu-Guinea leistete. Der Verein wurde anfangs oft belächelt und die Mitglieder als „Spinner“ abgetan, erinnert er sich. Selbst der damalige Braunauer Bürgermeister gab dem Weltladen nur ein paar Jahre, ehe der Trend wieder vorbei sei. Doch die Initiative Eine Welt hat alle damaligen Zweifler eines Besseren belehrt. Der Weltladen hat sich in den letzten 40 Jahren zu einem Fachgeschäft für den fairen Handel entwickelt, wo seit der Gründung etwa 120 Tonnen Kaffee verkauft wurden, und der Verein konnte über 120 Projekte für Entwicklungszusammenarbeit im Umfang von fünf Millionen Euro umsetzen – ob Schneiderwerkstatt, Mikrokredite oder Photovoltaik für Schulen und Krankenstationen. Finanziert werden die Projekte durch Spenden und Kooperationspartner.

Jährlich 2.000 ehrenamtliche Stunden

Die Mitarbeiter der Initiative Eine Welt leisten jedes Jahr rund 2.000 ehrenamtliche Stunden, wobei sie immer wieder in die Projektländer reisen und die Umsetzung der Maßnahmen kontrollieren. Außerdem wurde vor 25 Jahren das Informationsbüro gegründet, um Bildungsarbeit im Innviertel zu leisten und die Anliegen der Menschen in den Ländern des Südens zu thematisieren. Dies gelingt vor allem durch die Zusammenarbeit mit Schulen, insbesondere der HTL, wo Plunger selbst Lehrer ist, und durch die Abhaltung verschiedener Veranstaltungen.

Hilfe zur Selbsthilfe

„Anfangs haben wir gedacht, dass unsere Hilfe in 40 Jahren nicht mehr nötig sein wird, doch es gibt immer noch zahlreiche Problemkreise“, erklärt Plunger, der sicher ist, „die Flüchtlingsproblematik würde es heute nicht geben, wenn vor 30 Jahren die Entwicklungszusammenarbeit intensiver betrieben worden wäre“. Noch immer setzen viele Menschen Hoffnungen in die Arbeit des kleinen Vereins. „Es ist toll, diesen Menschen eine Vision zu geben. Dabei sind wir keine Katastrophenhelfer, sondern geben mit Know-how und Werkzeug Hilfe zur Selbsthilfe.“

Jubiläumsfest und Filmabend

Zum Jubiläum lädt die Initiative Eine Welt zur Jubiläumsveranstaltung am Mittwoch, 10. Oktober, um 19 Uhr im Veranstaltungszentrum. Für musikalische Unterhaltung sorgt die Black Messengers Afro Band. Zudem findet am Donnerstag, 18. Oktober, um 19 Uhr im Dieselkino ein Filmabend statt. Gezeigt wird „Weit. Die Geschichte von einem Weg um die Welt“, der die abenteuerliche Weltreise „per Anhalter“ eines jungen Pärchens erzählt.


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