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LOCHEN. Birgit Gerstorfer (SPÖ), die Landesrätin für Tierschutz, bedankte sich bei der Pfotenhilfe in Lochen für ihr Engagement im Tierschutz und übernahm die Ehrenpatenschaft für Hündin „Kiara“. Bei Tierquälerei darf nicht weggeschaut werden, betont die Landesrätin.

Tierschutz-Landesrätin Birgit Gerstorfer (SPÖ, r.) traf die Pfotenhilfe Lochen-Chefin Johanna Stadler (l.) und übernahm die Ehrenpatenschaft für die Hündin „Kiara“. (Foto: Land OÖ/Denise Stinglmayr)

Die Geschichte von Kiara ging durch die Medien. Ein unbekannter Tierquäler hatte die Hündin so schwer misshandelt, dass sowohl ihr Bein als auch ihre Wirbelsäule brachen. Eine Tierfreundin fand das verängstigte und hilflose Tier und brachte es zur Pfotenhilfe in Lochen. Dort wird Kiara seither betreut.

„Diese schweren Fälle von Misshandlung schockieren mich zutiefst, aber sie sind vermutlich nur die Spitze des Eisbergs. Wie hoch die Dunkelziffer ist, weiß niemand genau“, sagt Gerstorfer. „Unsere Gesellschaft interessiert sich immer mehr für das Wohlergehen von Tieren, dennoch ist es wichtig, die Menschen für dieses Thema noch mehr zu sensibilisieren.“ Die Landesrätin appelliert daher, bereits erste Anzeichen von Tierquälerei der Polizei zu melden.

Engagement für Tierschutz

Die Pfotenhilfe Lochen bietet als Tierschutzorganisation Tieren in Not einen sicheren Zufluchtsort. Immer wieder kommt es vor, dass misshandelte, verwahrloste und vernachlässigte Tiere aufgenommen und tierärztlich versorgt werden müssen. Dabei kümmert sich das erfahrene Team der Pfotenhilfe auch um deren seelischen Wunden.

Seit vielen Jahren ist die Pfotenhilfe für das Land OÖ ein wichtiger Partner im Kampf gegen Tierquälerei. Aufgrund einer Anzeige durch die Pfotenhilfe konnte beispielsweise im August erfolgreich gegen eine ungarische Tierschmugglerin und Tierquälerin vorgegangen werden. Die Frau hatte sieben Hunde in ihrem extrem verwahrlosten Haus in Lohnsburg versteckt. Der Polizei und der Bezirkshauptmannschaft Ried gelang es, die Hunde zu holen und beim Tierschutzhof der Pfotenhilfe in Lochen sicher unterzubringen.

Für dieses große Engagement im Tierschutz bedankte sich Gerstorfer beim gesamten Pfotenhilfe-Team. „Es ist mir auch eine große Freude, dass ich die Ehrenpatenschaft für Kiara übernehmen darf. Ich hoffe, dass sie Dank der Pfotenhilfe ein langes, glückliches Hundeleben führen wird können“, so die Landesrätin.

Anpassung des Strafrahmens gefordert

Für besonders schwere Tierquälerei sieht der Strafrahmen im Strafrecht eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren vor. Allerdings ist nicht jede Tierquälerei strafrechtlich relevant. Bei weniger schweren Fällen ist sie ein Tatbestand nach dem Verwaltungsrecht. Tierschutzminister Wolfgang Mückstein (Grüne) wurde daher im Rahmen der Landestierschutzreferenten-Konferenz 2021 ersucht, die Bestimmungen des Bundestierschutzgesetzes zu verschärfen oder zu konkretisieren. Änderungen wurden beispielsweise im Hinblick auf Menschen mit Tierhalteverboten oder einschlägigen Vorstrafen verlangt. Das Ministerium wurde aufgefordert, ein Register zu schaffen, das es ermöglicht, diese Personen nach einem Umzug in ein anderes Bundesland rasch zu identifizieren und durch Kontrollen Tierleid zu verhindern.

Meldungen von Tierquälerei steigen

„In den letzten Jahren erhalten wir vermehrt Meldungen von Tierquälerei“, berichtet Pfotenhilfe-Chefin Johanna Stadler. Das sei auch auf das stetig steigende Tierschutzbewusstsein zurückzuführen. „Tierschutzminister Mückstein muss allerdings dringend regelmäßige Kontrollen bei privaten Tierhaltungen einführen und Ressourcen dafür zur Verfügung stellen, da hinter verschlossenen Türen tagtäglich sehr viel Tierleid unentdeckt bleibt, weil sich Nachbarn oder Verwandte viel zu oft vor Anzeigen scheuen“, sagt Stadler.

„Im Bundestierschutzgesetz sind genau die Mindestanforderungen für die Haltung von Tieren festgelegt worden. Dies müssen in jedem Falle eingehalten werden. Außerdem ist es verboten, Tieren ungerechtfertigt Schmerzen, Leiden oder Schäden zuzufügen oder sie in schwere Angst zu versetzen“, betont Tierschutzombudsfrau Cornelia Rouha-Mülleder. „Jedes Tierleid ist eines zu viel. Ich möchte die Menschen ermuntern, nicht wegzuschauen, wenn Missstände in Tierhaltungen wahrgenommen werden oder Tieren Leid zugefügt wird.“

 


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