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BRAUNAU. Lange hieß es, dass intensive Landwirtschaft einen besonders zerstörerischen Effekt auf viele Insekten habe. Nun wurde eine Studie veröffentlicht, die besagt, dass die Ursachen für den Rückgang der Insektenpopulation weitaus vielfältiger sind. Um naturnahe Nahrungs- und Nistplätze für blütenbestäubende Insekten zu schaffen und somit gegen das Insektensterben vorzugehen, hat der Maschinenring OÖ in Zusammenarbeit mit dem Bienenzentrum OÖ das Projekt „Blühpatenschaft“ ins Leben gerufen.

Johann Sigl auf einem Blühstreifen mit einer Informationstafel im Bezirk Braunau. (Foto: Maschinenring OÖ)

Das Projekt „Blühpatenschaft – ich mach mit“ wird seit 2020 auch im Bezirk Braunau angeboten. Es ermöglicht Personen, denen kein geeigneter Platz für Blühflächen zur Verfügung steht, Nahrungs- und Nistplätze für Insekten zu schaffen. Dabei legen Bauern die Fläche an und Paten unterstützen mit einem finanziellen Beitrag. Mit diesem Beitrag wird eine mehr­jährige Blühfläche, mit speziell auf österreichische Insekten abge­stimmte Pflanzen, angelegt und fachgerecht gepflegt. Dazu gehört auch der zweimalige Schnitt pro Jahr. Dabei bleibt das Schnittgut mindestens eine Woche liegen, um Absamen zu können. Danach wird das Schnittgut entfernt. In Braunau haben sich bereits einige Landwirte bereit erklärt, mehr als 10.000 Quadratmeter an Blühflächen für die Patenschaft zur Verfügung zu stellen. Sie verzichten stattdessen Weizen oder Mais anzulegen.

Blühpatenschaft statt Blumen verschenken

Heuer hielt sich der Andrang jedoch in Grenzen – in Summe wurden 150 Quadratmeter als Patenschaftsfläche in den Gemeinden Perwang und Franking vergeben. „Es besteht hier also noch Luft nach oben und wir würden uns freuen, wenn mehr Menschen aus der Region sich dazu entschließen würden, mit der Übernahme von Blühpatenschaften einen Beitrag zur Biodiversität und mehr Farbe und Vielfalt in unserer Landschaft zu leisten und gleichzeitig die lokale Landwirtschaft zu unterstützen“, sagt Renate Fußthaler vom Maschinenring OÖ. „Die Blühpatenschaften werden auch sehr gerne verschenkt – gerade zu Weihnachten ist dies eine gute Gelegenheit für ein sinnvolles und nachhaltiges Geschenk, beispielsweise auch als kleine Aufmerksamkeit für Mitarbeiter in Firmen“, ergänzt Fußthaler.

Landwirtschaft unterstützt das Projekt

Auch Johann Sigl, Nebenerwerbs-Landwirt aus dem Bezirk, kennt die Wichtigkeit der Blühpatenschaft. Er selbst stellt seit dem Projektstart jährlich einige Blühstreifen und kleine Blüh-Flächen für Insekten zur Verfügung. Sigl mache das aus eigener Überzeugung und nicht aus einer Einkommensüberlegung. Ihm sei es wichtig, zu zeigen, dass die Landwirtschaft sehr wohl bereit sei, derartige insekten-, tier- und pflanzenfördernde Aktionen zu unterstützen. „Ich glaube, dass jeder, der eine Fläche besitzt, egal ob Privatperson, Landwirt, Firma oder Gemeinden ein paar Quadratmeter für Insekten zur Verfügung stellen könnte, ohne viel Aufwand betreiben zu müssen. Es liegt nicht alleine an der Landwirtschaft – alle müssen an einem Strang ziehen, um eine Verbesserung für die Insektenwelt zu erzielen“, so der 49-Jährige.

Die Ursachen sind vielfältig

„Sobald der Mensch in die Landschaft eingreift, verändert er diese. Dies geschieht in der Landwirtschaft bei der Bearbeitung der Flächen, dies geschieht aber auch bei einfachen Tätigkeiten wie Rasenmähen oder Autofahren. Die Landwirtschaft ist nur ein Teilbereich von mehreren verschiedenen Faktoren, welche aber meist als Sündenbock herhalten muss“, weiß Sigl. Doch die Ursachen für den Rückgang der Insektenpopulation sind vielfältig, beispielsweise die gewaltige Verbauung von Flächen, die intensive Nutzung von Privatflächen, etwa durch wöchentliches Rasenmähen oder Mähroboter. Sehr unterschätzt würde auch die Lichtverschmutzung, welche durch Straßenbeleuchtung oder Firmenreklame immer mehr zunimmt.

HIER selber Blühpate werden 


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