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BRAUNAU. Die Arbeiterkammer Braunau hat im Vorjahr über 300.000 Euro vor dem Arbeitsgericht erkämpft. Dabei müsste es oft gar nicht so weit kommen, weiß Bezirksstellenleiter Stefan Wimmer, wenn so mancher Arbeitgeber respektvoller mit seinen Mitarbeitern umgehen würde.

Insgesamt 15 Akte vom Mattighofner Schlossrestaurant liegen der Arbeiterkammer derzeit vor. Foto: Weihbold

Insgesamt 2,9 Millionen Euro an Zahlungen erreichte die Arbeiterkammer Braunau im vergangenen Jahr für ihre Mitglieder bei Arbeitsrechtproblemen, nach Konkursen oder in Sozialrechtsangelegenheiten. Wenn sich die Arbeitgeber nicht auf außergerichtliche Interventionen einlassen, geht der Fall vors Arbeitsgericht. Alleine hier konnte die Arbeiterkammer 308.539 Euro erkämpfen. Auffällig: 82 Prozent der Rechtsfälle betreffen Firmen ohne Betriebsrat, die vor allem in den Bereichen Arbeitskräfteüberlassung, Güterbeförderung und Gastronomie tätig sind.

Schmutzkonkurrenz in der Gastronomie

Aus letzterer Branche brachte Stefan Wimmer zur Pressekonferenz einen besonderen Fall mit: Ganze 15 laufende Akte liegen vom Schlossrestaurant in Mattighofen vor. Ein Fall, der auch dem Präsidenten der AK Oberösterreich Johann Kalliauer bekannt ist: „Der Betreiber lässt sich wegen allen offenen Forderungen klagen. Nicht einmal ein Dienstzeugnis stellt er ohne Gerichtsurteil aus.“ Für solch unkooperative Gastronomen haben Kalliauer und Wimmer kein Verständnis. Er sei „Schmutzkonkurrenz“ und bringe zu Unrecht die ganze Branche in Verruf. Dabei hätten solche Arbeitgeber oft viel weniger Probleme, wenn sie ihren Mitarbeitern auf Augenhöhe begegnen würden, weiß Wimmer: „Oft bringt es schon was, einfach respektvoll und anständig mit ihnen zu reden.“ Auch Kalliauer pflichtet bei: „Wenn das Klima passt, tolerieren die Arbeitnehmer mehr und so kommt vieles gar nicht erst zu uns.“

Ein weiterer Punkt, der Wimmer bei seiner Beratungstätigkeit aufgefallen ist: Insbesondere im Handel trauen sich viele Arbeitnehmer aus Angst vor dem Chef nicht gegen Ungerechtfertigkeiten vorzugehen.


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