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ALTHEIM. Was 1921 als reiner Zimmerei- und Baubetrieb begann und seinen Ursprung bereits 1849 hat, ist zu einer echten globalen Erfolgsgeschichte geworden. Die Rede ist vom Altheimer Traditionsunternehmen Wiesner-Hager, das für hochwertige Büromöbel und Einrichtungslösungen steht. Tips bat Geschäftsführer Markus Wiesner zum Gespräch, um mit ihm über das 100-jährige Bestehen des familiengeführten Betriebs zu sprechen.

Laura Wiesner soll die Geschicke in Zukunft von ihrem Vater Markus übernehmen, der das Altheimer Traditionsunternehmen in den letzten 30 Jahren vor allem auch auf dem internationalen Markt etabliert hat. (Foto: Wiesner-Hager)

Markus Wiesner leitet bereits in fünfter Generation die Geschicke des Altheimer Möbelherstellers Wiesner-Hager. In diesem Jahr feiert das Familienunternehmen, das seine Büromöbel und innovativen Lösungen für die Inneneinrichtung mittlerweile in die ganze Welt exportiert, sein 100-jähriges Jubiläum. Auf einen großen Festakt muss aufgrund von Corona leider verzichtet werden, dennoch kann der Geschäftsführer mächtig stolz sein auf die Erfolgsgeschichte „made in Altheim“.

Weltkriege und Pandemie

Das Unternehmen musste etwa mit den beiden Weltkriegen oder der aktuellen Corona-Pandemie schon so manche Krise meistern und sich immer wieder neu erfinden, um auf dem hart umkämpften Markt bestehen zu können und das mit Erfolg. Nachdem alles mit einer breit angelegten Möbelproduktion im Jahr 1921 begonnen hatte, war Wiesner-Hager in der Folge Generalist für den österreichischen Markt. In den 1980er Jahren erfolgten dann die Aufgliederung des Unternehmens und die Fokussierung auf den Büro- und Objektbereich.

Internationaler Markt

In den 1990ern wurde dann die Internationalisierung gestartet. „Das war wichtig für die Weiterentwicklung des Unternehmens“, erzählt Markus Wiesner im Gespräch mit Tips. Die Exportquote des Unternehmens liegt derzeit bei rund 50 Prozent. In der langen Unternehmensgeschichte gab es natürlich immer wieder schwierige Phasen, die der Eigentümer aber auch positiv bewertet: „Aus Krisen kann man teilweise mehr ziehen als aus guten Phasen. Krisen bedeuten immer auch Veränderungen, die Strukturen ändern sich, dadurch war beispielsweise auch erst die Digitalisierung oder der verstärkte Fokus auf Ökologie möglich“, erläutert Wiesner.

Die Stärken eines Familienunternehmens sieht er vor allem darin, dass es ein Wertefundament gibt und vor allem auch die Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitern eine sehr große Rolle spielt, ebenso wie etwa das Thema Nachhaltigkeit. Mit Tochter Laura Wiesner steht auch schon die sechste Generation in den Startlöchern und ist bereits Teil der Geschäftsführung. Sie soll in Zukunft die Geschicke von Vater Markus übernehmen. „Wiesner-Hager steht für kompromisslose Qualität, ein gutes Image und auch die Ökologie spielt bei uns seit langer Zeit eine wichtige Rolle“, beschreibt Markus Wiesner die Stärken des Unternehmens. Die Zusammenarbeit erfolgt häufig auch mit kreativen Designbüros und ist immer sehr lösungsorientiert. „Unsere Vision ist dabei immer die Entwicklung einer besseren Arbeitswelt“, so der 65-Jährige, der bereits seit 1991 Geschäftsführer ist. Mittlerweile spiele auch das Gesamtkonzept bei der gestalterischen Arbeit von Wiesner-Hager eine große Rolle und es ginge längst nicht mehr nur um die reine Auslieferung von Büromöbeln.

Noch vor der Pandemie konnte Wiesner-Hager 2019 das erfolgreichste Jahr der Unternehmensgeschichte feiern. Aber Corona hat auch das Unternehmen stark getroffen und im letzten Jahr zu einem Rückgang von etwa 25 Prozent geführt. Für das laufende Jahr hat sich das Traditionsunternehmen aber schon wieder etwas erholt.

Produktion in Altheim und Tschechien

Produziert wird neben Altheim bereits seit 1993 auch in Tschechien in einer Polsterei mit knapp 50 Mitarbeitern. Insgesamt hat das Unternehmen derzeit rund 310 Mitarbeiter, 200 davon in Österreich. Prägende Projekte in der Firmengeschichte waren etwa die Ausstattung der Wiener Staatsoper oder des Salzburger Festspielhauses. Als Herausforderungen für die Zukunft sieht Wiesner den Umgang mit der fortschreitenden Digitalisierung in der Arbeitswelt und die Realisierung des Kreislaufmodells. Produkte sollen künftig möglichst nachhaltig gestaltet werden und sich neu erfinden lassen können. Hier will Wiesner-Hager künftig eine Vorreiter-Rolle einnehmen. „Stillstand ist für mich eher eine Bedrohung“, erklärt Markus Wiesner abschließend treffend.


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