Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

BEZIRK BRAUNAU. Im Kobernaußerwald könnten bis zu 19 neue Windräder errichtet werden – das entschieden die fünf Standortgemeinden Munderfing, Lengau, St. Johann, Maria Schmolln und Schalchen.

V. l.: Joachim Payr (Geschäftsführender Gesellschafter der EWS Consulting GmbH und Obmann der IG Windkraft OÖ), Markus Achleitner (Energie AG-Aufsichtsratsvorsitzender und Wirtschaftslandesrat), Energie AG-CEO Leonhard Schitter, Josef Postl (Geschäftsführer Energie AG Oberösterreich Erzeugung GmbH) und Martin Voggenberger (Bürgermeister von Munderfing) besichtigten den Windpark Munderfing. (Foto: Mathias Lauringer | soulspacestudios.at/Energie AG)

Mit vier einstimmigen Gemeinderatsbeschlüssen und einem deutlichen Mehrheitsbeschluss in Lengau zeigten die Gemeinderäte ihre Zustimmung für den Windpark Kobernaußerwald. Werden alle 19 Windräder errichtet, könnten sie pro Jahr das Dreifache der aktuell gesamten Windstromerzeugung in Oberösterreich produzieren. Somit ist das Windparkprojekt das derzeit größte Vorhaben für erneuerbare Energie in Oberösterreich.

In den fünf Standortgemeinden wurde die Einleitung für die Raumordnungswidmung, die Zustimmung zur Einleitung der Umweltverträglichkeitsprüfung und ein Kooperationsvertrag mit den Projektwerbern beschlossen. Somit kann das Windpark-Projekt im ersten Halbjahr 2024 zur Umweltverträglichkeitsprüfung eingereicht werden.

Die geplanten Windenergieanlagen könnten pro Jahr 250 Gigawattstunden Strom erzeugen. Sie könnten somit den Strombedarf von 10 Prozent der oberösterreichischen Haushalte bereitstellen.

Bei der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) werden ab 2024 alle Standorte durch Sachverständige der Behörden geprüft. Es wird angenommen, dass voraussichtlich 2026 ein rechtsgültiger UVP-Bescheid vorliegen und ein Baubeschluss gefasst werden könnte. 2028 sollen die Anlagen aus heutiger Sicht in Betrieb gehen.

Acht Monate geplant

Entwickelt wird der Windpark Kobernaußerwald von einer Arbeitsgemeinschaft (ARGE). Diese besteht aus Energie AG Oberösterreich, Österreichische Bundesforste AG und EWS Consulting GmbH aus Munderfing. Sie hatten das Projekt acht Monate lang geplant und einen intensiven Dialog mit Menschen der Region geführt. Für die ARGE ist die Zustimmung der Gemeinden für Windparkprojekt ein großer Erfolg: „Die überwältigende Zustimmung freut uns sehr. Wir sehen dies als klaren Auftrag, die partnerschaftliche Projektentwicklung in der Region weiter gemeinsam fortzusetzen.“

Die Energie AG will mit den Projektpartnern ein klares Zeichen in Richtung mehr Nachhaltigkeit setzen: „Wir wollen unseren Kindern und zukünftigen Generationen einen lebenswerten Planeten hinterlassen und unsere Energiezukunft auf sichere und nachhaltige Beine stellen“, sagt Energie AG-CEO Leonhard Schitter.

Windpark soll Vorbild sein

„So wie in der Waldbewirtschaftung gilt auch für unsere Energie-Projekte das Prinzip der Nachhaltigkeit. Wir legen daher größten Wert auf eine naturverträgliche Umsetzung sowie eine gute Einbindung der Menschen in der Region“, betont Georg Schöppl, Vorstandssprecher der Österreichischen Bundesforste. So soll mit dem Windpark ein Vorbild für die künftige Verbindung von nachhaltiger Waldbewirtschaftung und Windenergieerzeugung geschaffen werden.

Für Joachim Payr, dem Geschäftsführenden Gesellschafter der EWS Consulting GmbH und Obmann der IG Windkraft OÖ, ist die Erweiterung des Windparks Munderfing „eine logische, lukrative Zukunftsinvestition im Sinne der Energiewende“.

Bekenntnis zum Ausbau der Windkraft

Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) und Energie-Landesrat Markus Achleitner (ÖVP) begrüßen den möglichen Ausbau des Windparks Kobernaußerwald ebenfalls. Oberösterreich setze bei der Umsetzung der Energiewende auf einen Erneuerbaren-Mix – auch Windkraftnutzung werde stark ausgebaut. „Wir bekennen uns ganz klar zum Ausbau der Windkraft in Oberösterreich – überall dort, wo ausreichend Winddargebot herrscht und Projekte genehmigungsfähig sind, sollen Windkraftanlagen errichtet werden“, so Stelzer.

Mehr Windräder gefordert

Auch der Grüne Landessprecher Landesrat Stefan Kaineder freut sich über den Windpark-Ausbau. Für ihn geht der Ausbau in Oberösterreich aber nicht weit genug: „Das Land braucht die Energiewende, die Industrie braucht Grünen Strom, die Wirtschaftskammer fordert über 400 Windräder und die ÖVP trotzt der FPÖ gerade mal zehn neue Windräder ab“, sagt Kaineder. „Ein kraftvoller Ausbau heißt mindestens 100 neue Windräder bis 2030. Nicht nur neue Windräder an bestehenden Standorten. Für eine erfolgreiche Energiewende brauchen wir weit mehr Windkraft.“


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden


Weitere Beiträge

Artenvielfalt mit Bewegungstheater spielerisch auf die Bühne gebracht

Artenvielfalt mit Bewegungstheater spielerisch auf die Bühne gebracht

ALTHEIM/RIED. Wie können Kinder Natur- und Klimaschutz kennenlernen? Dieser Frage widmeten sich die Klima- und Energiemodellregionen (KEM) Inn-Hausruck ...

Tips - total regionalSabrina Antlinger
Wirtschaftsempfang der WKO Braunau: China-Vortrag und Wechsel an der Spitze

Wirtschaftsempfang der WKO Braunau: China-Vortrag und Wechsel an der Spitze

BRAUNAU. Beim Wirtschaftsempfang der WKO Braunau standen heuer die wirtschaftliche Bedeutung Chinas und ein Wechsel an der Spitze der Bezirksstelle ...

Tips - total regionalSabrina Antlinger
Gabriele Knauseder zieht Bilanz ihrer Arbeit nach fünf Jahren im Landtag

Gabriele Knauseder zieht Bilanz ihrer Arbeit nach fünf Jahren im Landtag

BEZIRK BRAUNAU. Ein Jahr vor der nächsten Landtagswahl in Oberösterreich zieht SPÖ-Landtagsabgeordnete Gabriele Knauseder Bilanz über ihre ...

Tips - total regionalSabrina Antlinger
Baustelle auf der Oberinnviertler Straße

Baustelle auf der Oberinnviertler Straße

MATTIGHOFEN/PISCHELSDORF. Auf der L503, der Oberinnviertler Straße zwischen Mattighofen und Wagenham, finden bis 27. November Instandhaltungsarbeiten ...

Tips - total regionalSabrina Antlinger
Ranshofner Aluminiumproduzent erhielt zum zweiten Mal in Folge ESG-Award

Ranshofner Aluminiumproduzent erhielt zum zweiten Mal in Folge ESG-Award

BRAUNAU-RANSHOFEN. Die AMAG Austria Metall AG wurde bei den „Austria’s Leading Companies“ in Oberösterreich zum zweiten Mal in Folge mit ...

Tips - total regionalSabrina Antlinger
Generationenwechsel in der Wirtschaftskammer Braunau: Martin Feichtinger folgt auf Klemens Steidl

Generationenwechsel in der Wirtschaftskammer Braunau: Martin Feichtinger folgt auf Klemens Steidl

BEZIRK BRAUNAU. An der Spitze der Wirtschaftskammer-Bezirksstelle Braunau steht ein Wechsel bevor: Mit 16. Oktober übernimmt der 26-jährige ...

Tips - total regionalSabrina Kastenauer
Weitere Beiträge